Aus wie vielen Gemeinden soll der Seebezirk bestehen?

Drei Kandidaten und eine Kandidatin treten für die Oberamtswahl im Seebezirk an. RadioFr. hat sie für eine Live-Debatte getroffen.

Nach 25 Jahren im Amt tritt Daniel Lehman (FDP) am 7. November nicht mehr zur Oberamtswahl im Seebezirk an. Mit drei Kandidaten aus dem bürgerlichen und einer Kandidatin aus dem linken Lager ist das Rennen so offen wie schon lange nicht mehr. Christoph Wieland (FDP) möchte den Sitz seines Parteikollegen verteidigen. Herausgefordert wird er von Marcel Burkhardt (GLP), Jean-Claude Goldschmid (SVP) und Julia Senti (SP).

"Ich wünsche mir einen Oberamtmann, der sich stärker mit dem Klima beschäftigt", sagt GLP-Kandidat Burkhardt. Gerade bei Projekten wie dem Löwenberg oder den Umfahrungsstrassen könne viel für den Velo-Verkehr gemacht werden.

Hoffnung Löwenberg

Der wirtschaftlichen Entwicklung vom Löwenberg messen alle Kandidaten eine grosse Bedeutung zu. "Im Seebezirk ist Bauland rar", sagt Christoph Wieland von der FDP. "Deshalb ist es wichtig, dass dort Land eingezont und erschlossen wird, damit Firmen in den Seebezirk kommen und Arbeitsplätze entstehen."

Julia Senti von der SP stimmt Christoph Wieland zu. "Im Moment ist der Löwenberg vor allem ein Verkehrsknotenpunkt." Die Zone hat laut ihr Entwicklungspotential. Wichtig sei, dass es Lehrstellen für Jugendliche gibt.

"Im Löwenberg geht es in den nächsten zehn Jahren um bis zu 3000 Arbeitsplätze", sagt SVP-Kandidat Jean-Claude Goldschmid. Er verweist auf verschiedene Herausforderungen - einerseits die verschiedenen Landbesitzer, andererseits die Beschaffenheit des Bodens. "Es geht darum, dass jemand den Lead übernehmen sollte." Ob das der Oberamtmann sein soll, lässt Goldschmid aber offen.

Gemeindefusionen

Zu den Aufgabenbereichen des Oberamts gehören neben der wirtschaftlichen Entwicklung auch die Gemeindefusionen. Wie der amtierende Oberamtmann Daniel Lehmann einmal sagte, könne er sich einen Bezirk mit fünf Gemeinden vorstellen.

"Ab dem ersten Januar 2022 sinkt die Zahl der Gemeinden von 17 auf 15", sagt Jean-Claude Goldschmid. "Wie es weitergehen soll, will ich eindeutig den Gemeinden überlassen." Einen Seebezirk mit 4 oder 5 Gemeinden kann er sich aufgrund von kulturellen und fiskalischen Unterschieden aber nicht vorstellen. Zudem würde er als Oberamtmann keine aktive Rolle übernehmen, da die Entscheidung für eine Fusion von unten kommen müsse.

Auch Christoph Wieland betont, dass die Entscheidung bei der Bevölkerung liege. "Trotzdem ist es ein gesetzlicher Auftrag an das Oberamt, Fusionen zu fördern." Er sieht die Rolle des Oberamtmanns oder der Oberamtfrau darin, Vor- und Nachteile einer Fusion aufzuzeigen, damit die Bevölkerung eine Entscheidung treffen könne. Eine Zahl von fünf Gemeinden kann er sich gut vorstellen.

Auch Julia Senti sieht fünf als eine gute Zahl. "Die Aufgaben für die Gemeinden werden komplexer. Für kleinere Gemeinden kann es eine Entlastung sein, sich einer anderen anzuschliessen." Das Oberamt müsse Fusionen aktiv vorantreiben, aber ein offenes Ohr für die Ängste der Gemeinden haben.

RadioFr. - Patrick Hirschi / pef