Der Berner im Freiburger Dress

Joel Scheidegger ist von der Swiss League zu Gottéron gestossen. Nach einer super letzten Saison muss er sich in Freiburg in Geduld üben.

Joel Scheidegger - hier von letzter Saison - hatte mit dem EHC Olten in der Swiss League viel zu jubeln. © Keystone

Joel Scheidegger ist 27 Jahre alt und stammt aus Bern. Letzte Saison blühte er in der Swiss League gross auf. Beim EHC Olten erzielte er in der Regular Season ganze 43 Skorerpunkte in 42 Spielen, ein grandioser Wert für einen Verteidiger und der klar beste Wert der gesamten Liga. Und auch in den Playoffs sammelte er elf Punkte aus 15 Spielen. Die Powermäuse aus Olten wurden erst im Finale vom späteren Aufsteiger Kloten ausgebremst.

Mit immensem Vertrauen, das ich erhalten habe, konnte ich meine maximale Leistung abrufen. Aber es war nicht nur ich, auch dank den grandiosen Mitspielern lief es so gut.

Seine Karriere lancierte Joel Scheidegger im Nachwuchs des EHC Thun, wo er bereits mit 16 Jahren zum ersten Mal in der 1. Liga mitspielen durfte. Nach zwei Jahren in der U20 des SC Bern wechselte er dann zu Langenthal, wo er sich noch nicht ganz durchsetzten konnte. Während drei Saisons wechselte der Verteidiger immer wieder zwischen 1. Liga, Swiss Regio League und der Swiss League auf Leihbasis hin und her.

Durchbruch und grandiose Scorer-Saison

In der 2018/2019 - mit 23 Jahren - wechselte der Berner wieder zum SC Langenthal, wo er erstmals eine komplette Saison in der Swiss League absolvierte. Es folgten zwei weitere Jahre beim HC Thurgau, wo er seine Scorerqualitäten immer weiter entwickelte und regelmässiger in den Tor-Statistiken auftauchte.

Das war ein sehr cooles Zeichen von Gottéron, vor allem so früh in der Saison. Ich habe mich sehr gefreut.

Vor zwei Jahren durfte Joel Scheidegger zum ersten Mal die Luft der höchsten Liga schnuppern. Drei Spiele absolvierte er mit den Rapperswil-Jona Lakers, wo er auf total rund 21 Minuten Eiszeit kam. Danach kam der Wechsel zum EHC Olten, wo er eine richtig starke Saison spielte. Noch vor Weihnachten 2021 erhielt er einen Vertrag für die nun laufende Saison bei Freiburg-Gottéron.

Noch nicht viel Eiszeit

Trotz seiner fantastischen letzten Saison bei Olten durfte der 27-jährige Verteidiger in Freiburg noch nicht viel spielen. Im ersten Spiel der Saison gegen Ambrì-Piotta waren es gute vier Minuten Eiszeit. Danach, auswärts in Ajoie, waren es nur noch 44 Sekunden. Die weiteren beiden Spiele gegen die Rapperswil-Jona Lakers und den EV Zug sass Scheidegger nur noch auf der Bank, ohne Einsatz.

Da würde ich lügen, wenn ich sagen würde, dass ich nicht spielen will.

Er habe sich sicher nicht auf 22 Minuten Eiszeit bei Gottéron eingestellt. Auch, dass der Wechsel in die National League nicht einfach sei, dem sei er sich bewusst. Jetzt müsse er im Training sich dem Headcoach Christian Dubé noch besser zeigen. Wenn sich Joel Scheidegger dann in Freiburg noch besser eingelebt hat, wird er auch zu mehr Einsatzzeit kommen. Und wird seine Qualitäten in der Defensive, als auch seine guten offensiven Akzente, zeigen können.

Freiburg ist schön, aber Bern ist mein Lieblingsplatz

Ganz einleben wird sich Joel Scheidegger in Freiburg nicht. Zumindest neben dem Eis. Der Berner ist nicht nach Freiburg gezogen, er wohnt weiterhin in der Stadt Bern, sein Lebensmittelpunkt, sein Lieblingsort. Freiburg habe ein paar sehr schöne Plätze, vor allem die Unterstadt gefalle ihm sehr gut. Und er freut sich darauf, weitere Plätze in Freiburg entdecken zu können.

Ausblick auf das nächste Spiel

Ob Joel Scheidegger bereits beim nächsten Spiel, diesen Dienstag in der BCF-Arena, zu mehr Eiszeit kommen wird, weiss nur Cheftrainer Christian Dubé. Das liess sich der Kanadier im Training aber nicht entlocken. Sicher ist, dass nach dem mässigen Saisonstart (ein Sieg aus vier Spielen) im nächsten Spiel eine Reaktion der Freiburger gefragt ist.

Zu Gast in der BCF-Arena ist morgen Dienstag der EHC Kloten. Der Aufsteiger aus Zürich hat nur zwei Punkte aus vier Spielen geholt, ein Sieg fehlt ihnen noch. Und beim einzigen Auswärtsspiel in dieser Saison gingen sie in Davos gleich mit 0:7 unter. Aus Freiburger Sicht soll ähnliches passieren, dafür hat Trainer Dubé auch seine Sturmlinien neu zusammengestellt (siehe unten).

Mögliche Aufstellung gegen den EHC Kloten:

Tor

  • Berra

Verteidigung

  • Gunderson und Jecker
  • Diaz und Vainio
  • Sutter und Dufner
  • Scheidegger und Chavaillaz

Sturm

  • Desharnais mit Mottet und Sprunger
  • De la Rose mit Bertschy und Kuokkanen
  • Walser mit Schmid und Marchon
  • Bykov mit Rossi und Jörg

Auch zum Spiel:

RadioFr. - Fabian Waeber / faeb
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