Fehlende Neuzuzüger und teurer Finanzausgleich
Die Überalterung sorgt in Merlach für sinkende Steuereinnahmen. Letztes Jahr hat die Gemeinde einen Verlust von 200'000 Franken gemacht.

Die Gemeinde Merlach ist idyllisch gelegen. Trotzdem fehlen ihr Neuzuzügerinnen und Neuzuzüger und damit Steuereinnahmen. Andreas Spring, Gemeinderat von Merlach, kennt den Grund dafür: "Man bleibt länger fit." Und deshalb auch länger in der eigenen Wohnung oder im eigenen Haus. Das sei an sich eine gute Sache, so Spring. "Diese Tatsache verhindert aber einen Wechsel bei der Liegenschaftsnutzung. Wohnraum, der bereits sehr knapp ist, bleibt damit eng begrenzt." Letztes Jahr hat die Gemeinde deshalb einen Verlust von 200'000 Franken gemacht.
Spring zeigt sich wenig zuversichtlich, dass sich in absehbarer Zukunft etwas daran ändern wird: "Die geburtenstarken Babyboomer-Jahrgänge von 1960 bis 1965 erhalten demnächst ihre Rente." Damit fallen sie bei der Einkommenssteuer weg. Das gehe voraussichtlich bis 2030 so weiter.
Teurer Finanzausgleich
Neben der demographischen Entwicklung kämpft Merlach mit einem zusätzlichen Problem, nämlich dem Steuerpotenzialindex. "Es geht dabei um den Ressourcenausgleich, den wir als Kleingemeinde wegen einem angeblich hohen Steuerpotenzial abliefern müssen. Für das laufende Jahr beläuft sich der Betrag auf 316'000 Franken", erklärt Andreas Spring. Der Betrag sei anderen Gemeinden geschuldet, die etwas schlechter dastehen als Merlach. Spring ergänzt: "Auch andere Gemeinden sehen vor dem gleichen Problem, insbesondere unser westlicher Nachbar."
Die Gemeinde Greng liegt westlich von Merlach. Gemäss dem Syndic Markus Hediger fliessen zwei Drittel der Steuereinnahmen in die Kassen von anderen Gemeinden.
Wie aber sieht der Merlacher Finanzchef Andreas Spring die finanzielle Zukunft seiner Gemeinde? "Für das laufende Jahr rechnen wir mit einem Defizit." Wo möglich wurde gespart. "Bloss auf der Einnahmenseite gibt es noch Spielraum." Mit anderen Worten eine Steuererhöhung. "Ein Thema, das niemand gerne anspricht", sagt Spring. Trotz den finanziell schwierigen Zeiten sind sich die beiden Gemeinden Merlach und Greng in einer Sache einig: eine Fusion mit dem Nachbarn Murten sei für sie kein Thema.




