Oberamtskandidat lenkt ein

Christoph Wieland (FDP) reagiert auf Kritik. Falls er gewählt wird, will er aus allen Funktionen seines Familienunternehmens zurücktreten.

Es war eines der umstrittensten Themen im Vorfeld der Oberamtswahlen im Freiburger Seebezirk: der potenzielle Interessenkonflikt von FDP-Kandidat Christoph Wieland. Er sitzt im Verwaltungsrat seines Familienunternehmens, der Wielandbus AG.

Vor allem die GLP hatte deswegen wiederholt Druck gemacht. Wieland hingegen sah kein Problem darin. Ein Oberamtmann werde oft in seiner Tätigkeit mit Situationen konfrontiert sein, bei denen es um Leute geht, die er kennt. "Diese Unabhängigkeit muss man einer Amtsperson grundsätzlich attestieren oder nicht." Zudem stützte er sich auf ein Rechtsgutachten des Kantons.

Trotzdem hat die Kritik Wirkung gezeigt. "Wir haben das familienintern und parteiintern nochmals diskutiert. Wir sind zum Schluss gekommen, dass ich diese Mandate abgeben würde, falls ich gewählt werde", sagt Wieland.

Entscheidung kommt zu spät

Die GLP als schärfste Kritikerin allerdings hat ihren Entscheid gefällt: Sie empfiehlt für die Wahl vom 28. November seine Konkurrentin Julia Senti (SP) zur Wahl. Sie stützt ihren Entscheid auf das letzte Hearing mit Wieland. Dieses fand statt, bevor Wielands Zugeständnis bekannt wurde.

Die Wahlempfehlung der Grünliberalen ist brisant, weil FDP und GLP erst kürzlich auf kantonaler Ebene eine Zusammenarbeit beschlossen haben. Sie bilden ab der kommenden Legislatur eine gemeinsame Fraktion im Grossen Rat.

RadioFr. - Patrick Hirschi / Valentin Brügger / rb