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Deutschfreiburger Kinos unter Druck

Zuerst die Pandemie - jetzt die Inflation. Wie die kleineren Kinos den Krisen trotzen und was sich ab 2023 verändert.

Kleinere Kinos bekommen die Krisen besonders zu spüren. © Kino Laupen

Bereits vor der Pandemie gerieten kleinere lokale Kinos immer mehr unter Druck. Hauptgrund dafür sind die konkurrierenden Streaming-Plattformen, wie etwa Netflix oder Amazon Prime. Durch die Pandemie und der damit einhergehenden Schliessung der Kinos wurde diese Konkurrenz noch verschärft und das Nutzungsverhalten der Menschen hat sich in Richtung Streaming-Dienste verändert.

Sinkende Besucherzahlen seit der Pandemie

Die Konkurrenz durch digitale Plattformen und der Pandemie haben die Zahl der Kinobesucher weiter reduziert. Besonders das Cinema Rex in der Stadt Freiburg hat mit rückläufigen Besucherzahlen zu kämpfen. Zwischen 2019 und 2021 sind diese um satte 35 Prozent gesunken.

Auch im Kino Laupen sei es seit Corona schwieriger geworden, die Kinosäle zu füllen, sagt der Inhaber Rolf Schorro.

Viele Leute haben während der Pandemie einen Lückenfüller gebraucht und sind entsprechend bei Streamingdiensten gelandet.

Rolf Schorro, Kino Laupen

Zudem sei bei einigen Menschen noch eine gewisse Hemmung vorhanden, überhaupt unter Leute zu gehen, meint Schorro. Und auch die Auswahl an alternativen Beschäftigungen wird immer grösser. Ausserdem gehen die Menschen seit der Pandemie eher raus als rein.

Trotzdem erreicht das Kino Laupen heute wieder gute 80 Prozent der Auslastung, wie jene vor der Pandemie.

Kaum Nachwehen im Kino Murten

Anders sieht die Situation im Kino Murten aus. Laut Geschäftsführer Dario Brosi seien dort kaum Nachwirkungen der Pandemie zu spüren: "Wir haben aktuell sehr schöne Besucherzahlen. Wir merken auch, dass die Menschen wieder Lust haben, ins Kino zu gehen. Die Pandemie hat hier nichts grundsätzlich verändert."

Auch die Streamingdienste machen Brosi keine Sorgen. Diese hatten sich nämlich bereits vor der Pandemie stark etabliert. Trotzdem könnten Netflix und Co. nicht mit dem Kinoerlebnis mithalten.

Das ist ein Filmerlebnis, das man Zuhause auf dem Sofa so nicht erzeugen kann. Das löst ganz andere Emotionen aus.

Dario Brosi, Kino Murten

Steigende Preise auch bei den Kinos

Die Inflation geht auch an den kleineren Kino-Betrieben nicht spurlos vorbei. Damit es im Kinosaal angenehm warm ist und immer genügend Popcorn und Getränke vorhanden sind, greifen die Betreiber zurzeit etwas tiefer in die eigene Tasche. Deshalb werden nun auch hier die Preise angepasst.

Sowohl in Laupen als auch in Murten steigen die Ticketpreise ab dem neuen Jahr um satte acht Prozent. Das entspricht aber "nur" rund einem Franken. Neu kostet ein Ticket für Erwachsene also 17 statt bisher 16 Franken. Im Gegensatz zu den Ticketpreisen sollen die Preise für Snacks und Getränke vorerst stabil bleiben. Trotzdem schliesst Rolf Schorro vom Kino Laupen nicht aus, dass auch diese notfalls angepasst werden könnten. "Sobald auch dort Preisaufschläge stattfinden, werden wir auch bei den Snacks Anpassungen machen müssen."

Anders sieht das Dario Brosi vom Kino Murten. "Wir haben grundsätzlich die Flexibilität, auch da etwas anzupassen. Aber es ist nicht geplant, an den Kiosk-Preisen etwas zu ändern."

RadioFr. - Vanja Di Nicola
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