Und morgen Hollywood

Die Freiburger Talentschmiede im Volleyball, Unihockey und Fussball nimmt Form an. Die nötigen Strukturen sind da, um Talente zu fördern.

Die Zukunft gehört den jungen Sportlerinnen und Sportler © Marc Raeber

Spezieller Status für talentierte Athleten

Im Volleyball richtet sich die Talentförderung an Jugendliche im OS, respektive im Collège-Alter. Zu diesem Zweck wurde der Verein FriSpike gegründet. Anfang September nahm FriSpike den Trainingsbetrieb auf. Jene Talente, die im Programm von FriSpike dabei sind, besitzen den sogenannten SAF Status vom Kanton Freiburg. Er erlaubt ihnen gewisse Reduktionen im Stundenplan. 25 Lektionen pro Woche müssen die Athletinnen und Athleten absolvieren, die bei FriSpike dabei sind. Im Gegenzug trainieren sie viermal die Woche 75 Minuten über den Mittag, im Kraftbereich und auf dem Volleyballfeld. Sportlicher Leiter von FriSpike ist der aktuelle Trainer der Power Cats von Volley Düdingen Dario Bettello.

Der SAF Status ist nicht für alle, sondern für jene, die sich mehr Richtung Spitzensport orientieren möchten.

Doch geschenkt wird der Talent-Status natürlich nicht. Einmal pro Jahr müssen die Athleten zum sogenannten PISTE-TEST antreten. "Es kommt auf die Technik, die Physis und die Spielfähigkeit an", erklärt Dario Bettello. Bei erfolgreichem Absolvieren erhalten sie den SAF Status vom Kanton und können von den Strukturen von FriSpike profitieren.

Im vergangenen September haben 29 Freiburger Talente den PISTE-TEST bestanden. Wie Dario Bettello erklärt, soll die Talentförderung im nächsten Jahr um ein nationales Leistungszentrum ausgebaut werden.

Regionales Sportzentrum im Unihockey

Auch im Unihockey will der Kanton Freiburg eine Vorreiterrolle einnehmen. Grundpfeiler des regionalen Leistungszentrums in der Romandie wird die neue Dreifachturnhalle in Alterswil sein. Die Dreifachturnhalle soll im Spätherbst des nächsten Jahres bereitstehen. Ursprünglich war geplant, sie bereits dieses Jahr zu eröffnen.

Für den Sensler Yvan Jungo, Trainer der Unihockey U-23 Nationalmannschaft, ist ein Leistungszentrum in der Westschweiz besonders wichtig.

Gegenüber den Deutschschweizern hat die Westschweiz einen Rückstand von rund zehn Jahren. Mit dem Leistungszentrum können wir diesen wieder etwas minimieren.

Das Leistungszentrum soll deshalb bewusst von Vereinen unabhängig geführt werden und allen Unihockeyspielenden der Westschweiz offen stehen.

Fussballer hoffen auf Strukturen im Schulbereich

Für Christa Dähler, Co-Präsidentin vom Fussball Förderprogramm AFF-FFV ist das Aufgebot von Michel Aebischer für die Krönung einer langen Arbeit. Dennoch greifen für sie die schulischen Erleichterungen im Fussballsport zu wenig weit. "Im Kanton Bern beispielsweise laufen Sport und Schule von Anfang an parallel. Auf diese Struktur warten wir hier bisher vergebens und dies ist für den Kanton natürlich ein erheblicher Nachteil", so Christa Dähler. Eine klare Botschaft an das Freiburger Sportamt. Dähler lobt zwar die Zusammenarbeit mit dem Sportamt, welches das bestmögliche tue. Jedoch sei der politische Wille für Sportklassen im Kanton nicht da.

 Immerhin gibt es den Partnerschaftsvertrag mit den Berner Young Boys, ohne diesen wäre es schwierig für einen Freiburger, eine Freiburgerin Fussballprofi zu werden

Zu Aebischers Juniorenzeiten sei es damals noch sehr selten gewesen, dass ein Sensler Spieler zum FC Freiburg trainieren ging. Die Bescheidenheit und Geradlinigkeit zeichnet Aebischer gemäss Dähler aus. Er sei gemäss früheren Trainern nicht immer der beste gewesen, trotzdem habe er jetzt den Sprung in die Nati geschafft. Und dies ohne die perfekten Förderstrukturen, wie in anderen Kantonen.

RadioFr. - Ivan Zgraggen
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