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Verdacht auf Vergiftung mit GHB

Nach dem Treffen der Greyerzer-Jugend in Charmey am vergangenen Wochenende wurden der Polizei vier Fälle gemeldet.

Bisher wurde laut der Kantonspolizei Freiburg keine Anzeige eingereicht. © Frapp

Die Kommunikationsverantwortliche der Veranstaltung, Angélique Rime, betont, dass kein einziger Fall nachgewiesen wurde. "Insgesamt meldeten sich während des Wochenendes etwa zehn Personen bei den Sanitätern wegen eines Verdachts auf eine Vergiftung mit GHB durch Spritzen", sagt sie. GHB ist eine Partydroge. Ihr wird jedoch auch nachgesagt, dass sie zur Betäubung von Personen verwendet wird.

Der Arzt vor Ort konnte gemäss Rime die Zweifel nach den Untersuchungen jedoch ausräumen. Nur eine Person befand sich in einem unklaren Zustand. Aus diesem Grund kontaktierte er die Polizei. "Aber der Fall hat sich nicht bestätigt", so Angélique Rime.

Laut 20 Minuten wurden der Freiburger Polizei drei Fälle gemeldet, darunter auch der vom Arzt der Veranstaltung gemeldete. Auf Anfrage erklärt der Polizeisprecher Martial Pugin, dass am Dienstag noch ein vierter Fall gemeldet wurde. Insgesamt handelt es sich um drei Frauen und einen Mann. Zwei Frauen haben sich ins Freiburger Spital HFR begeben, um die nötigen Analysen durchzuführen.

Eine weitere ging über ihren Arzt. Bei zwei der Frauen war die Frist von sechs Stunden überschritten, um eine Spur einer Substanz im Blut zu finden. Die dritte wartete zum Zeitpunkt des Interviews mit Martial Pugin noch auf die Ergebnisse. Der letzte Fall wurde der Polizei von einem Angehörigen zur Kenntnis gebracht. Bisher wurde noch keine Anzeige erstattet.

Die Polizei erinnert daran, bei einem Verdacht schnell zu reagieren und die Bluttests innerhalb von sechs Stunden durchführen zu lassen.

Klima der Angst

Die Freiburger Polizei nimmt die Problematik ernst. "Es ist schwierig zu sagen, ob man GHB vorfindet oder nicht", sagt Martial Pugin. Denkbar sei auch, dass Menschen andere Leute piksen, um ein Klima der Angst zu erzeugen. Am Festwochenende in Charmey konnte zumindest kein Fall nachgewiesen werden.

Die Zeitung La Gruyère berichtet am Dienstag von einem sehr gelungenen Fest, trotz "eines Gerüchts, das über GHB-Spritzen kursierte, weil die Mädchentoilette am Samstag aus einem technischen Grund für eine Weile geschlossen werden musste". Angélique Rime bestätigt, dass die Toiletten tatsächlich verstopft waren und vorübergehend geschlossen wurden. Das habe aber nichts mit den Verdachtsfällen zu tun gehabt.

Angélique Rime versteht die Angst, die umgeht. Gleichzeitig befürchtet sie, dass sich solche Fälle bei jeder grösseren Veranstaltung in diesem Sommer wiederholen könnten.

RadioFr. - Sophie Corpataux / pef
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