«Der Gemeinderat sollte mehr Team sein.»

In der CVP-Hochburg greift die FDP mit zwei Schwergewichten an. Die kommenden Gemeinderatswahlen in Düdingen sind hart umkämpft.

In den Boxring steigen auf einer Seite die CVP. Düdingen gilt als Hochburg und hat im Moment drei CVP-ler im Gemeinderat. Die Präsidentin der CVP Düdingen, Sarah Noth-Lenherr, Präsidentin der CVP Düdingen, ist sehr optimistisch, dass die Partei ein gutes Resultat erzielen wird. In der anderen Ecke des Boxrings steht die FDP. «Wir nehmen den Wahlkampf sehr ernst», sagt der Präsident der Ortspartei, Benjamin Brägger. «Es sind wichtige Wahlen in Düdingen. Der Gemeinderat wird kleiner – von neun auf sieben Mitglieder.» Darum setzt man auf eine diversifizierte Liste mit Jung und Alt, erfahrenen und neuen Gesichtern, Frauen und Männern. Beide Parteien treten mit einer Liste von fünf Personen an. Sarah Noth-Lenherr von der CVP sagt, dass die mit ihren fünf Kandidat*innen die Gesellschaft gut abbilden. Die Kandidaturen seien stark, die Konkurrenz nimmt man aber gelassen: «Eine gute Konkurrenz spornt dazu an, einen guten Wahlkampf zu führen.»

Herausgefordert werden sie von der FDP-Liste mit mehreren Schwergewichten. Zwei davon sassen schon früher im Gemeinderat und sind darum im Dorf bekannt. Benjamin Brägger bleibt trotzdem bescheiden. «Der FDP geht es darum, ihren Sitz zu behalten. Das sollten wir mit unserer Liste erreichen.» Wegen der Verkleinerung des Gemeinderates setze man aber nicht auf einen zweiten Sitz.

Vor allem zwei Kandidaten überraschen: Franz Schneider, welcher schon einmal Gemeinderat und 2019 Generalratspräsident war und nun wieder in den Gemeinderat will. Und dann Fabian Wienert. Über ihn sagt Benjamin Brägger: «Er ist vor kurzen aus dem Gemeinderat zurückgetreten. Dies war ein Signal seinerseits, dass er mit der Art und Weise, wie im heutigen Gemeinderat miteinander umgegangen wird, nicht einverstanden ist. Er hat das Amt aber geschätzt und viele gute Feedbacks von der Düdinger Bevölkerung erhalten.»

Wollen sich die beiden Kandidaten nun wieder im Gemeinderat einsetzen, weil Syndic Kuno Philipona (CVP) und weitere Gemeinderäte zurücktreten? Dazu FDP-Präsident Benjamin Brägger: «Von aussen gesehen gibt es in der Führung sicher Verbesserungspotenzial, auch in der Zusammenarbeit und der Kommunikationskultur. Der Gemeinderat sollte mehr Team sein, und weniger Einzelkämpfer.» Dass es momentan im Gemeinderat nicht nur harmonisch läuft, hat vor kurzem der aktuelle Syndic Kuno Philipona gegenüber RadioFr. bestätigt. Dass es nur an ihm liege, glaubt Sarah Noth-Lenherr von der CVP nicht. Sie findet, dass der Gemeinderat von Düdingen generell gut funktioniere. «Der Gemeinderat machts gut. Man muss sehen, welche Projekte der Gemeinderat in der letzten Legislatur zusammen erarbeitet hat.» Auch für die kommenden Monate prognostizert sie eine gute Zusammenarbeit. Das sieht der FDP-Parteipräsident anders. Aus seiner Sicht hat der Gemeinderat Düdingen in den letzten Jahren zu wenig vorwärts gemacht und die Gemeinde zu wenig auf die Zukunft und ihre Grösse als Fast-Stadt ausgerichtet.

Die Ausgangslage für die Gemeinderatswahlen am 7. März ist also spannend. Will man am heutigen Kurs mit einer mächtigen CVP und mehreren Landwirten (aktuell vier von neun Gemeinderäten) weitermachen oder soll eine neue Kraft im Gremium zeigen, dass man es auf ihre Art besser machen könnte? Der Wahlkampf zwischen FDP, CVP und weiteren Mitstreitern ist lanciert.

RadioFr. - Yves Kilchör