Die Rückkehr der Glockenschläger
Auf dem Rathaus in Freiburg sind zwei neue Glockenschläger aus Eichenholz im Einsatz. Sie sollen so lange halten wie die Originale.
Die eine Figur trägt die Freiburger Kantonsfarben, die andere die Farben der Stadt Freiburg. Die Glockenschläger des Rathauses - auch Jaquemart genannt - gaben über 350 Jahre lang die Zeit an. Am Mittwoch traten zwei originalgetreue Nachfolger ihren Dienst an. Sie wurden mit einem Kran auf den Glockenturm gehievt.
Anfangs der 2000er-Jahre wurden die Originale aus dem Jahr 1642 aufgrund ihres Zustands restauriert und durch Kopien ersetzt. Die Originale kamen ins Museum für Kunst und Geschichte in Freiburg. Doch die Kopien hielten nicht lange. "Nach 20 Jahren löste sich das Holz wegen der Witterung", sagt Jean-Pierre Doutaz, Präsident des Grossen Rats (die Mitte). Deshalb hat sich der Kanton entschieden, neue Kopien mit derselben Technik herstellen zu lassen, die schon für die Originale zum Einsatz kam.
Das bedeutet viel Handarbeit, wie Staatsrat Jean-François Steiert (SP) erklärt. Bis zu zehn Schichten Farbe nach alter Rezeptur enthalten die neuen Kopien aus Eichenholz. Die Glockenschläger haben zudem einen hohen symbolischen Wert für den Kanton. "Hundert Meter nebenan steht der Turm der Kathedrale", sagt Steiert. Mit diesem betonte die Kirche ihren Machtanspruch. Der Kleine Rat von damals wollte mit dem Rathausturm und den Glockenschlägern ein Gegengewicht bilden. Heute gibt nicht mehr die Kirche den Ton an. "Die höchste Behörde im Kanton ist das Parlament und die Glockenschläger sind eines seiner Machtsymbole." Mittlerweile setze der Grosse Rat mit den Glockenschlägern aber höchstens ein Zeichen, wenn er mit der Arbeit des Staatsrates nicht zufrieden ist, so Steiert.
Mit den neuen Figuren beginnt auch die letzte Etappe der Sanierung des Rathauses. Ab September soll das Kantonsparlament wieder darin tagen.




