Die Zweisprachigkeit im Freiburger Ständerat

Um den vakanten Sitz von Christian Levrat buhlen bereits zwei Personen aus der SP. Dabei bleibt Zweisprachigkeit ein wichtiges Thema.

Das Thema Zweisprachigkeit ist auch in vergangener Zeit wieder in den Vordergrund gerückt, im Kanton Freiburg steht Billinguismus jedoch stets im Vordergrund. Im Ständerat wird demnächst der Sitz von Christian Levrat frei. Es stellt sich die Frage, ob das Gleichgewicht Deutsch-Französisch im Freiburger Ständerat beibehalten werden kann.

Um diese Frage zu beurteilen, ist es aber noch etwas zu früh. Mit Blick auf die aktuellen SP-Kandidatinnen und Kandidaten, die bereits ihr Interesse angemeldet haben, sind schon einmal beide Sprachen vertreten: Ursula Schneider-Schüttel ist eine deutschsprachige Seeländerin, Carl-Alex Ridoré ein Französischsprachiger aus dem Saanebezirk – beide sprechen Deutsch und Französisch.

Zweisprachigkeit ist relevant

Die Präsidentin der SP des Kantons Freiburg, Alizée Rey, sagt dazu: “Die Zweisprachigkeit ist für die SP sehr wichtig. Dies steht auch in der DNA unseres Kantons. Die beiden zur Verfügung stehenden Kandidaten sprechen sehr gut beide Sprachen. Im Ständerat ist es wichtig, dass man beide Sprachen beherrscht, denn im Rat gibt es keine Simultanübersetzung.“ Man müsse wirklich gut Deutsch verstehen und sich auch in dieser Sprache ausdrücken können.

Ein Freiburger Ständerat sollte immer zweisprachig sein, gerade weil es darum gehe, den Kanton zu repräsentieren, sagt Rey weiter. Die Freiburger SP-Präsidentin ist auch der Meinung, Zweisprachigkeit sei eine grosse Stärke des Kantons Freiburg: “Deshalb haben wir gute Politiker und Politikerinnen im Bundeshaus: Sie verstehen sehr gut Französisch und Deutsch. Wenn man mit anderen Politikern verhandeln muss, vereinfacht dies einiges. Das ist wirklich ein Vorteil und eine Stärke unseres Kantons.“

Mehrsprachigkeit für die Schweiz zentral

Die Mehrsprachigkeit in der Schweiz ist für den Oberamtmann des Saanebezirks, Carl-Alex Ridoré, von zentraler Bedeutung. Ridoré selbst hat an der Universität Freiburg ein zweisprachiges Studium abgeschlossen und immer in einer deutsch- und französischsprachigen Umgebung gearbeitet: “Ich kann gut verstehen, dass die Frage der Zweisprachigkeit ein wichtiges Thema darstellt. Ich spreche zwar Französisch, doch der Biliguismus ist etwas Wichtiges für mich.“

Ursula Schneider-Schüttel war heute Dienstagnachmittag nicht erreichbar. Dass die SP See sie als Kandidatin aufstellt, wurde erwartet. Schneider-Schüttel ist ausserdem mit Bundesbern vertraut. Sie sitzt bereits zum zweiten Mal für den Kanton Freiburg im Nationalrat.

RadioFr. - Tracy Maeder / rb