Neuer Standort des Seilparks Gantrisch erhitzt die Gemüter

Ende Oktober schliesst der Seilpark Gantrisch nach 17 Jahren. Gegen den neuen Standort in Rüschegg Eywald wehren sich die Anwohner.

Ein Schwimmbad, ein Skilift, ein Tennisplatz – und nun ein weiteres Freizeitangebot. In Rüschegg Eywald soll der neue Seilpark Gantrisch gebaut werden. Ein entsprechendes Baugesuch beschäftigt derzeit die Behörden. Den alten Standort müssen die Verantwortlichen des Seilparks nach 17 Jahren Betrieb aufgeben, weil der Vertrag für den aktuellen Standort in Rüschegg Längeneybad Ende Oktober ausläuft.

Der Geschäftsführer der Seilpark Gantrisch AG, Rolf Ryser, begründet den Standortentscheid so: "In Rüschegg Eywald ist bereits alles erschlossen, eine Zufahrtsstrasse sowie ein grosser Parkplatz sind vorhanden."

Nur: Nicht alle sind vom neuen Standort begeistert. Gegen das Baugesuch gingen neun Einsprachen mit rund 60 Unterschriften ein. Die Einsprachen stammen hauptsächlich von Anwohnerinnen und Anwohner. "Wir sind hier oben wegen der Ruhe. Ein Seilpark wäre zu viel", sagt Gabriella, eine der Einsprecherinnen. Sie stellt Flora und Fauna in den Vordergrund: "Die Ruhephasen für die Wildtiere sind extrem wichtig. Sollte noch ein Seilpark hierherkommen, würden sich die Hirsche und die Luchse wieder zurückziehen."

Die Evaluation führte der Seilpark zusammen mit der Gemeinde Rüschegg durch. Markus Hirschi (FDP), Syndic von Rüschegg sagt: "Wir haben diverse Abklärungen mit dem Jagdinspektorat und dem Wildtierschutz getroffen und uns danach für diesen Standort entschieden."

Pro Natura Bern mischt sich nicht ein

Die Gruppe der Einsprechenden hat sich bei der Berner Sektion von Pro Natura erkundigt, ob sie sich einschalten würde. Pro Natura winkte jedoch aus Kapazitätsgründen ab. Geschäftsführer Jan Ryser erklärt: "Erfahrungsgemäss ist es schwierig, solche Sachen zu verhindern."

Das Dossier des Bauprojekts liegt derzeit auf dem Tisch des Regierungsstatthalteramts Bern-Mittelland. Zumindest ein Gegner des Seilparks hat bereits angekündigt, vor das Bundesgericht zu ziehen, sollten die Berner Behörden die Einsprachen abweisen.

Frapp / RadioFr. - Fabian Aebischer