"Gegen die Stars zu spielen, ist beeindruckend"
Die Freiburger Zuspielerin Méline Pierret kehrt mit vielen Erinnerungen an die vergangene EM zurück.

An der Volleyball-Europameisterschaft wurde der Kanton Freiburg von Méline Pierret vertreten. Die Freiburgerin bekam viel Spielzeit bei der EM, die am Sonntag mit einer Niederlage im Achtelfinale gegen die Niederlande zu Ende ging.
Die 24-jährige Zuspielerin aus Corminboeuf kehrt mit vielen Erinnerungen von dieser EM zurück. Besonders geblieben ist ihr das Spiel zu Hause gegen Italien: "Es war beeindruckend, gegen ein so starkes Team zu spielen - in einem vollen Stadion vor 4500 Zuschauenden! Wir, die Schweizer Spielerinnen, sind uns das nicht gewohnt."
"Das sind aussergewöhnliche Momente. Es ist klar, das sind zwei Welten: Sie haben andere physische Voraussetzungen. Wir sind eher klein im Vergleich. Es ist dennoch beeindruckend, gegen Stars wie sie zu spielen."
Zum ersten Mal in der Geschichte hat die Schweizer Nationalmannschaft die Gruppenphase einer Europameisterschaft überstanden, dank zweier Siege gegen Rumänien und Kroatien. Ein weiterer Beweis dafür, dass der Schweizer Volleyball eine gute Zeit durchläuft: "Wir haben das Glück, seit ungefähr sieben Jahren das gleiche Team auf dem Platz zu haben. Wir haben zusammen wachsen können. So sieht man die Entwicklung über die Jahre."
Nach der EM ruft bald wieder der Alltag in der Meisterschaft. Die Saison startet am 7. Oktober. Nachdem Méline Pierret in Düdingen und in den letzten beiden Saisons in Aesch-Pfeffingen gespielt hat, trägt sie neu das Trikot von NUC. Der Neuenburger Club hat im letzten Jahr das Triple aus Supercup, Schweizer Cup und Meisterschaft gewonnen.
Bei den Männern
Einige Tage nach den Frauen wird auch die Schweizer Herrenmannschaft am Mittwoch in die Europameisterschaft einsteigen. Die Schweizer befinden sich in einer starken Gruppe und gelten als krasse Aussenseiter.
Vor fast einem Jahr hatten sich die Schweizer Volleyballer mit einem 3:0-Sieg gegen Bosnien und Herzegowina für die Endrunde dieser EM in Italien, Nordmazedonien, Israel und Bulgarien qualifiziert. Die Leistung war historisch.
Die erste und bislang einzige Teilnahme der Schweizer Herrenmannschaft an einer EM geht auf das Jahr 1971 zurück. Damals gab es keine Qualifikation, eine Anmeldung genügte. Vier Jahre nach den Frauen schafften es also auch die Männer, sich zum ersten Mal auf dem Spielfeld für ein Finalturnier zu qualifizieren.
Die schlechteste Auslosung
Bei der Auslosung wurden die Schweizer in die schwerstmögliche Gruppe mit Weltmeister und Titelverteidiger Italien, Serbien, Deutschland, Belgien und Estland gelost. Das sieht auch Mario Motta so: "Wir haben die mit Abstand stärkste Gruppe erwischt", sagt der Nationaltrainer. Der Italiener glaubt sogar, dass Estland, das einzige Team hinter der Schweiz in der europäischen Rangliste, stark ist: "Viele erfahrene Spieler werden für die EM zurückkehren."
In dieser Sechsergruppe erreichen die ersten vier das Achtelfinale, sodass die Aufgabe für die Schweiz äusserst kompliziert ist. Im Schweizer Aufgebot steht kein Freiburger Spieler.




