Grosse Klubs in der Bringschuld

Seit der Einführung der Super League 2003/04 sind nur Basel (elfmal), Zürich und die Young Boys (je viermal) Schweizer Meister geworden.

Cheftrainer Bo Henriksen sollte den FCZ vom letzten Platz wegführen können © KEYSTONE/ENNIO LEANZA
In den wenigsten Spielen des Herbstpensums konnte sich Cheftrainer Alex Frei mit dem FC Basel uneingeschränkt freuen © KEYSTONE/PHILIPP SCHMIDLI
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Gerade in dieser Meisterschaft sind der FCB und der FCZ seinen Fans fast alles schuldig geblieben. Für nachhaltige Korrekturen bleiben 20 Runden. Die Zürcher nahmen das Pensum im Juli als Titelverteidiger auf, der Basler erklärten die Rückeroberung des Titels zum fünften Mal in Folge zum Ziel.

Die Zürcher haben die Mission Titelverteidigung mit mickrigen 12 Punkten in 16 Spielen begonnen. Sie können als realistisches Saisonziel nur noch herausgeben, dass sie den letzten Platz loswerden und es auf diese Weise vermeiden, am Schluss der Saison eine Barrage gegen den Dritten der Challenge League - dies könnte beispielsweise Lausanne-Sport sein - bestreiten zu müssen.

Der Kriechgang ist zu einem guten Teil auf die unglückliche Wahl von Trainer Franco Foda als Nachfolger des Meistertrainers André Breitenreiter zurückzuführen, wohl aber auch darauf, dass das Kader in der Transferperiode im Sommer entgegen der Einschätzung von Präsident Ancillo Canepa schwächer wurde. Aber in der Person des Dänen Bo Henriksen scheint jetzt der Richtige gefunden worden zu sein. In den Runden 14 und 16 fuhren die Zürcher die ersten beiden Siege ein. Das 4:1 zuhause gegen Servette unmittelbar vor der über zweimonatigen Winterpause war sogar beeindruckend.

Es ist klar, dass die Zürcher mit dem Kader, das in der bisherigen Transferzeit im Winter nahezu unverändert geblieben ist, an die zuletzt gezeigten Leistungen anknüpfen müssen. Den 10. Platz loszuwerden dürfte so oder so nicht einfach werden. Denn der FC Winterthur, der mit einem Abstand von vier Punkten am ehesten in Reichweite liegt, fuhr das Gros seiner Punkte ebenfalls erst in der zweiten Hälfte des Herbstpensums ein.

FCB: Pokern oder Absichern?

Beim FC Basel ist die Misswirtschaft der letzten Jahre unter den Präsidenten Bernhard Burgener und David Degen jüngst mit erschreckenden Zahlen zutage getreten. Die enormen Investitionen in den diversen Sommer-Transferperioden wurden durch Verkäufe nicht gutgemacht. Stärker wurde das Kader in der ganzen Zeit nicht, eher zunehmend schwach.

Die Misere könnte wahrscheinlich nur gelindert werden, wenn Basel den Zugang zur lukrativen Champions-League-Gruppenphase findet. Aber jetzt ist man bei Rotblau an einer Gabelung. Soll man auf der Flucht nach vorne noch viel mehr Geld ausgeben? Oder will man den Meistertitel abschreiben und sich mit den Spielern, die nun einmal zur Verfügung stehen, noch auf den 2. Platz verbessern, der zur Teilnahme an der Champions-League-Qualifikation berechtigen würde?

Schon am Sonntag steht ein wichtiger Match an. Die Basler spielen in St. Gallen. Gewinnt der FCSG, liegt der FCB schon mindestens sechs Punkte hinter dem 2. Platz zurück.

Die Super-League-Spiele vom Samstag im Überblick:

Luzern - Zürich (erstes Duell dieser Saison: 0:0). - Samstag, 18.00 Uhr. - SR San. - Absenzen: Sorgic, Kadak, Rupp (alle verletzt); Brecher, Santini (beide verletzt) und Afriyie (Aufgebot Nationalmannschaft). - Statistik: Luzern verlor seine letzten beiden Partien vor der Winterpause. Im eigenen Stadion gewannen die Zentralschweizer in dieser Saison nur zwei von acht Spielen. Beim FCZ hat sich der letzte Trainerwechsel relativ rasch bezahlt gemacht. Unter Bo Henriksen akquirierten die Zürcher - in Sitten und zuhause gegen Servette - die ersten zwei Saisonsiege. Die letzten zwei Meisterschaftsspiele in Luzern haben die Zürcher gewonnen, beide in ihrer Meistersaison.

Grasshoppers - Young Boys (1:1). - Samstag, 20.30 Uhr. - SR Cibelli. - Absenzen: Momoh, Schettine (beide verletzt); Itten (gesperrt) und Camara (verletzt). - Fraglich: Morandi; Von Ballmoos und Rüegg. - Statistik: Seit dem 16. April 2017 warten die Hoppers vergeblich auf einen Sieg über YB. Seither schauten bei acht Niederlagen nur fünf Unentschieden heraus. Im Letzigrund besiegten sie YB sogar seit August 2016 nicht mehr. Fünf Spiele in Serie gingen verloren, die letzten zwei (seit GCs Wiederaufstieg) brachten Unentschieden. Gerade in letzter Zeit machten sie es den Young Boys generell schwer: In vier der letzten fünf Duelle mussten die Berner in Punkteteilungen einwilligen. In dieser Saison verloren die Grasshoppers vier der letzten sechs Spiele. In die Winterpause gingen sie immerhin mit einem 1:0-Heimsieg gegen Basel.

Rangliste: 1. Young Boys 16/35 (35:9). 2. Servette 16/25 (19:18). 3. St. Gallen 16/24 (33:24). 4. Lugano 16/23 (26:26). 5. Basel 16/21 (21:17). 6. Luzern 16/20 (24:24). 7. Grasshoppers 16/20 (28:30). 8. Sion 16/20 (22:28). 9. Winterthur 16/16 (13:31). 10. Zürich 16/12 (13:27).

SDA
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