Längerer Mutterschaftsurlaub bei gesundheitlichen Problemen

Warum der Kanton Freiburg dabei auf nationaler Ebene eine Vorreiterrolle übernehmen will und warum alle Parteien dafür waren.

Der Grosse Rat entschied eine entsprechende Standesinitiative in Bundesbern vorzulegen.  © RadioFr.

Der Mutterschaftsurlaub soll im Kanton Freiburg neu verlängert werden, sofern die Mutter nach der Geburt gesundheitliche Probleme aufweist. Muss die Mutter mindestens zwei Wochen länger im Spital bleiben als normal, wird der Mutterschaftsurlaub um maximal acht Wochen verlängert. Bisher wurde der Mutterschaftsurlaub nur verlängert, wenn das neugeborene Baby gesundheitliche Probleme aufwies. Laut Motionär und SP-Grossrat Grégoire Kubski seien diese Umstände ungerecht:

Es ist eine ungerechte und doppelte Bestrafung für die Mutter.

Denn sie könne das Kind unter Umständen während den gesundheitlichen Problemen nicht bei sich haben und verliere dadurch gleichzeitig auch Zeit von ihrem Mutterschaftsurlaub. Die Änderung soll ausserdem verhindern, dass die Mutter nach dem Mutterschaftsurlaub aus gesundheitlichen Gründen noch nicht sofort weiterarbeiten kann und somit in eine prekäre wirtschaftliche Lage käme.

Diese Argumente haben heute fast den ganzen Grossen Rat überzeugt. Er entschied in einer grossen Mehrheit, eine entsprechende Standesinitiative in Bundesbern vorzulegen. Jegliche Parteien haben praktisch einstimmig für dieses Vorhaben gestimmt.

Kanton Freiburg als Leader

Mit dieser Standesinitiative übernimmt der Kanton Freiburg auf nationaler Ebene eine Vorreiterrolle. Dies sei richtig so, sagt Grossrat Grégoire Kubski:

Es ist wichtig, in Bern einen gewissen Druck auszuüben und die Realitäten in den Kantonen aufzuzeigen.

Finanziell würde eine solche Verlängerung des Mutterschaftsurlaubes auch keine grossen Konsequenzen nach sich ziehen. Jährlich sind solche Fälle, in welchen die Mutter eine Verlängerung rechtfertigen könnte,  im Kanton Freiburg im einstelligen Bereich zu zählen. Dies relativiere das Anliegen jedoch laut Kubski nicht. Umso wichtiger sei es, diesen wenigen Müttern zu helfen.

Wann die entsprechende Standesinitiative des Kantons Freiburg in der Bundesversammlung in Bern vorgelegt wird, ist noch nicht bekannt. 

RadioFr. - Renato Forni
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