News für unsere Region.

Nach der Silbermedaille ist vor dem grossen Umbruch

Das eigene Unvermögen und ein Fehlentscheid verhindern eine längere Power Cats Saison. Nun steht der Umbruch an. Ein Umbruch in drei Akten.

Richtige Freude kann bei den Power Cats nach dem Gewinn der Silbermedaille nicht aufkommen © KEYSTONE

Am 19. April kurz vor 22 Uhr war klar, die Power Cats können gegen NUC kein zweites Mal gewinnen in der aktuellen Volleyballsaison. Mit dem 3:1 Sieg nach Sätzen, sichern sich die Neuenburgerinnen den vierten Meistertitel en Suite, Düdingen hingegen muss sich zum zweiten Mal in den letzten drei Jahren die Silbermedaille in der Meisterschaft umhängen.Hinzu kommt der undankbare zweite Platz im Cup, während der Spielzeit 2021/22.

Mindestens den einen Sieg in der Final-Serie dieses Jahr gegen NUC hätten die Power Cats verdient gehabt. In jedem Match konnten die Freiburgerinnen den Favoritinnen einen Satz abknöpfen. Mehrmals hätten sie sogar die Chance auf mehr gehabt, so etwa in Spiel zwei als man sieben Satzbälle liegen liess. Im vierten Satz von Spiel drei bot sich dann sogar ganze zehnmal die Möglichkeit, den Sack zuzumachen. Beim Stand von 33:34 kam es dann wie es kommen musste - NUC blockte ein Angriff der Power Cats und holte sich den Titel. Dabei hätte es gar nie zu diesem Matchball kommen dürfen. Nicole Eiholzer smashte beim Stand von 33:33 einen Ball ins Aus, allerdings touchierte der Ball klar ersichtlich den Neuenburger Block.

Viele in der Halle dürften dies gesehen haben, nicht so die Unparteiische. Die Schiedsrichterin, welche an diesem Abend mehr als einmal nicht auf der Höhe war, gab den Punkt infolgedessen an Neuenburg - der Rest der Geschichte ist bekannt. Ein kleiner Makel hinter dem verdienten Meistertitel für NUC und auch ein wenig schade, dass ein gutes Spiel auf diese Art und Weise zu Ende gehen musste.

Das Saisonende der Power Cats läutet nun den Umbruch bei den Düdingerinnen ein. Es ist ein Umbruch in drei Akten.

Der Trainer

Nach sechs Jahren bei den Power Cats hängt Dario Bettello seine Taktiktafel an den Nagel. Bettello hat den Volleyballsport in Düdingen definitiv in neue Sphären gehoben. Er etablierte die Power Cats als Spitzenteam in der höchsten Liga im Schweizer Frauen-Volleyball. Jedes Mal, wenn er an der Seitenlinie stand, erreichte Volley Düdingen mindestens das Playoff Halbfinale. 2022 folgte der Einzug in den Cupfinal gegen Voléro Zürich. Ein Titel aber, blieb Bettello verwehrt, sowohl gegen das damals noch unterklassige Voléro, als auch zweimal im Playoff Final gegen NUC. Trotzdem hinterlässt Dario Bettello in Düdingen grosse Fussstapfen. Nicht nur wegen der sportlichen Erfolge, sondern auch weil Dario Bettello bestens zu Volley Düdingen passte. Der Tessiner integrierte sich bestens im Verein, war bei Spielerinnen und Vorstand beliebt. Dass Bettello in die Region gehört, zeigt auch sein neues Engagement als sportlicher Leiter von FriSpike, einem Leistungszentrum für junge Volleyballerinnen und Volleyballer. 

Sein Nachfolger Leonardo Portaleoni wird also von Anfang an gefordert sein, sowohl auf dem Feld, als auch an der Seitenlinie.

Die Schweizerinnen

Mit Elena Steinemann und Nicole Eiholzer beenden zwei Schweizer Leistungsträgerinnen ihre Karriere. Die Ostschweizerin Steinemann und die Zugerin Eiholzer kennen sich schon sehr lange. Sie haben schon zusammen in der Junioren Nati und auf Sand gespielt. Nach einigen Jahren getrennter Wege trafen die beiden vor drei Jahren bei den Power Cats wieder aufeinander. Steinemann übernahm als gestandene Führungsspielerin rasch das Amt der Captaine. Leider kämpfte Elena Steinemann oft mit Verletzungen in dieser Zeit. Doch auch neben dem Platz nahm Steinemann ihre Aufgabe als Leaderfigur wahr und unterstützte ihre Teamkolleginnen von der Bank aus. Ihre letzte Saison konnte die Lehrerin nochmals verletzungsfrei absolvieren. Eiholzer ihrerseits brillierte oft auf dem Scoreboard und trug mehrmals das Trikot der Topscorerin. In ihrem letzten Satz gegen NUC stellte sie nochmals ihr ganzes Können unter Beweis, erzielte gleich mehrere Asse und haute den Gegnerinnen die Bälle nochmals um die Ohren. 

Die Frage, wer von den Schweizerinnen in die Bresche springen könnte, ist schwierig zu beantworten. Auf der Aussenposition wird nun sicher Platz für Sarina Wieland frei, für die Edeljokerin die optimale Chance für mehr Einsatzzeit. Nichtsdestotrotz dürfte allerdings der Abgang von Steinemann und Eiholzer mit einem Substanzverlust einhergehen. 

Die Ausländerpositionen

Mit Mita Uiato verlieren die Power Cats das nächste spielerische Schwergewicht. Dario Bettello rühmte die US-Amerikanerin als "beste Zuspielerin", die er in seiner Karriere trainiert habe. Nach zwei Jahren verlässt Uiato Düdingen in Richtung Sm'Aesch Pfeffingen. Ein herber Verlust, den Volley Düdingen wohl nur mit einer anderen Ausländerin einigermassen kompensieren kann. Gut möglich, dass der Verein jetzt nach der abgelaufenen Saison bald einen Transfer verkünden wird. Uiato kam vor zwei Jahren ins Freiburgerland und verlängerte ihren Vertrag vor Jahresfrist.

Mit Caroline Godoi muss eine weitere Söldnerin den Verein verlassen. Der Abgang der Brasilianerin wiegt allerdings deutlich weniger schwer. In der nächsten Saison werden die Power Cats auf der Position der Mittelblockerin wieder auf Schweizer-Power setzen. Mit Larissa Rothenbühler und Martina Koch hat Düdingen bereits für die Nachfolge gesorgt. 

Bleiben werden hingegen Topscorerin Tea Kojundzic und Bruna da Silva. Damit müssen die Power Cats nebst der Zuspielerin noch eine Ausländerposition besetzen. 

RadioFr. - Ivan Zgraggen
...