Freiburg war dagegen

Der Bundesrat hat wieder einen harten Kurs eingeschlagen. Freiburger Wirtschaftsvertreter und Politiker hätten weniger harte Massnahmen bevorzugt.

Auch der Freiburger Volkswirtschaftsdirektor Olivier Curty hätte gerne lockerere Massnahmen gesehen. (Archivbild) © RadioFr.

Die Freiburger Wirtschaft ist nicht damit einverstanden, dass viele Geschäfte schliessen müssen. Und auch die Freiburger Politik hätte lockerere Massnahmen begrüsst. 

Zum Beispiel beim Home Office: Ab nächstem Montag ist die Arbeit von zu Hause aus Pflicht, sofern es den Unternehmen möglich ist. Das mache alles komplizierter, findet Reto Julmy, Direktor des Freiburger Arbeitgeberverbands. In einem Handwerksbetrieb könne man einige Arbeiten nur vor Ort durchführen. Andererseits müssten die Administration oder die Planung desselben Unternehmens im Home Office arbeiten. Das erschwere die Kommunikation. Aus Julmys Sicht hätte eine Empfehlung für Home Office Empfehlung genügt.

Die Home-Office-Pflicht stört auch die Kantonsregierung. Der Freiburger Volkswirtschaftsdirektor Olivier Curty hätte gerne lockerere Massnahmen gesehen. „Die Krise bietet eigentlich keine Überraschungen mehr“, findet er. Die neuen Massnahmen seien ein schwerer Schlag, doch es gebe einen Lichtblick: die Erleichterungen bei den Härtefallmassnahmen. Ein Betrieb gilt neuerdings automatisch als Härtefall, wenn er mindestens vierzig Tage geschlossen hatte. So kommen die Unternehmen einfacher an Geldhilfen.

Und die Freiburger Staatskasse wird entlastet, weil der Kanton einen grossen Teil der Hilfsgelder dem Bund in Rechnung stellen kann. Olivier Curty erklärt, dass man den betroffenen Betrieben helfen und zusätzliche Bundesgelder dazu ziehen könne. Obwohl noch nicht alle von diesen Geldern profitieren konnten, habe der Kanton Freiburg bisher vier Millionen Franken an Härtefallgeldern ausbezahlt. In anderen Kantonen sei noch kein einziger Franken geflossen.

Dass Kantone in einer guten Gesundheitslage selber Spezialmassnahmen treffen können, scheint vorbei zu sein. Nur über die Skigebiete können die Kantone weiter befinden. In Freiburg sollen sie offen bleiben. Das sieht auch der Freiburger Staatsratspräsidenten Jean-François Steiert so: „Der Nutzen von Schliessungen der Skistationen scheint aus unserer Sicht recht klein.“ Auch bei den Schulen kann Freiburg eigenständig Massnahmen ergreifen. Sie sollen offen bleiben. Für Jean-François Steiert hat die Schliessung von Schulen zwar positive Wirkungen, aber „negative Auswirkungen, gerade bei Schülern aus nicht privilegierten Familien“ seien doch erheblich.

Bei den Schulen und Skigebieten bleibt es im Kanton Freiburg also beim Alten. Sonst aber wird ab Montag stark in unser Leben eingegriffen – vor allem aber auch in dasjenige der Wirtschaft.

RadioFr. - Lukas Siegfried / mac / rb
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