Starke Leistung in Biel: Gottéron baut Tabellenführung aus

Freiburg-Gottéron gewinnt ein dramatisches Spiel gegen den EHC Biel mit 3:1. Trotzdem endet der Match für einen Freiburger auf unerfreuliche Weise.

Gottéron bringt den EHC Biel zu Fall - zum ersten Mal in der aktuellen Saison © KEYSTONE

Nach dem 6:3 Arbeitssieg vom Freitag gegen Tabellenschlusslicht Ajoie herrschte im Freiburger Lager grosse Einigkeit. Einen ähnlich schwachen Start wie gegen die Jurassier darf sich das Team von Christian Dubé in Biel nicht leisten. Trotzdem kamen die Hausherren wiffer aus der Kabine, schnürten Gottéron regelrecht in deren Zone ein und kamen dem Führungstreffer gefährlich nahe. Doch mitten in die Druckphase der Bieler leistete Routinier Beat Forster seinem Team einen Bärendienst und musste nach einer unnötigen Behinderung an Daniel Brodin für zwei Minuten auf der Strafbank Platz nehmen. Das starke Freiburger Powerplay liess sich nicht zweimal bitten und David Desharnais schloss eine wunderschöne Kombination über Chris DiDomenico und Kilian Mottet zum 1:0 ab. Die Drachen duschten die Bieler nach einer starken Anfangsphase so richtig kalt ab, denn danach hatte Gottéron das Spiel im Griff. Die Freiburger liessen hinten nichts zu und setzten vorne immer wieder Nadelstiche, Tore erzielte Gottéron aber keine mehr in den ersten 20 Minuten.

Biel macht das Spiel - Gottéron die Tore

Im Mitteldrittel bemühte sich Biel auf den Rückstand zu reagieren. Dies gelang ab und zu gar nicht schlecht, doch bei Spielmitte schwächten sich die Hausherren mit einer Strafe selber. Gerade als die Bieler wieder komplett waren, fasste sich der formstarke Mauro Dufner von der blauen Linie ein Herz und zog ab. Die Scheibe fand den Weg über Freund und Feind hinter van Pottelberghe ins Tor. War es Rossi oder Bykov der entscheidend ablenkte? Spielt keine Rolle, auf dem Eis schrieben die Schiedsrichter den Treffer zuerst Bykov zu, Hauptsache Gottéron führte mit 2:0. Der Leader stach mit seiner Effizienz ein zweites Mal mitten ins Bieler Herz.

Nati Einsatz von Jörg gefährdet

Dass sich beim EHC Biel langsam aber sicher Frust breitmachte, bewies Mike Künzle kurz vor der zweiten Pause. Völlig unnötig checkte er Mauro Jörg in Bandennähe gefährlich in den Rücken. Künzle erhielt für sein Vergehen eine 5-Minuten Strafe, die Post vom Einzelrichter dürfte in den nächsten Tagen wohl folgen. Für Mauro Jörg war das Spiel indes beendet. Der Bünder verschwand postwendend in der Kabine und tauchte während des dritten Drittels nicht mehr auf dem Eis auf. Besonders bitter, Mauro Jörg wäre von Nati Coach Patrick Fischer für die Länderspiele in Visp von nächster Woche aufgeboten. Benoit Jecker konnte kurz nach dem Spiel noch nicht mit Mauro Jörg sprechen.

Gottéron bestraft Künzle-Aussetzer

Im Moment bleibt die Hoffnung, dass sich Mauro Jörg nicht schlimmer verletzt hat. Auf dem Eis sprangen die Teamkollegen für den stark aufspielenden 31-Jährigen in die Bresche. Kilian Mottet bestrafte im anschliessenden Powerplay den EHC Biel für den "Künzle-Aussetzer" mit dem 3:0. Freiburg mit einem 3:0 Vorsprung in Biel nach zwei gespielten Dritteln, da war doch mal was? Genau! Im vierten Spiel der Saison führte Gottéron in Biel 20 Minuten vor Schluss ebenfalls mit 3:0 und brachte das Kunststück fertig, den Match noch aus der Hand zu geben. Und in der Tat agierte Gottéron auch im letzten Spiel vor der Nati-Pause äusserst passiv, mit drei Toren Führung im Rücken. Biel nutzte die Freiburger Nonchalance aus und verkürzte knapp zehn Minuten vor Schluss durch Luca Hischier auf 1:3. Und für Freiburg kam es zwei Minuten später noch dicker. Benoit Jecker schenkte Biel durch ein Halten ein Powerplay. Die Freiburger Special Teams machten an diesem Abend aber definitiv den Unterschied aus. Nicht nur, dass Gottéron zwei Überzahltore erzielte, sondern auch im Boxplay nichts zuliess. Das Team von Christian Dubé überstand die Unterzahl nämlich schadlos und brachte den Sieg anschliessend über die Zeit. Freiburg-Gottéron gewann in Biel verdient mit 3:1 und baut so die Tabellenführung auf fünf Zähler aus. Nach der Nationalmannschaftspause warten mit Genf-Servette, den SCL Tigers und Lugano die letzten drei Gegner in diesem Jahr auf den Leader.

RadioFr. - Ivan Zgraggen
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