"Tierversuche würden ins Ausland verlagert"

Die Tierversuchs-Initiative ist zu extrem. Dieser Meinung sind Politiker von links bis rechts. Das Nein-Komitee hat seine Kampagne lanciert.

"Diese Initiative verhindert kein Tierleid", sagt SP-Nationalrätin Martina Munz, die auch Vorstandsmitglied beim Schweizer Tierschutz ist. Tierversuche würden einfach ins Ausland verlagert, wenn die Initiative am 13. Februar angenommen würde, erklärt sie. "Dann hätten wir nicht mehr im Blick, wie sie durchgeführt werden." Es sei wichtig, dass Tierversuche in der Schweiz kontrolliert abliefen. "Dadurch können wir sicherstellen, dass die Tiere möglichst wenig leiden", erläutert Martina Munz.

Covid-Impfung wäre verboten

Die Initiative möchte nicht nur Tierversuche im eigenen Land verbieten. Sie verlangt auch, dass die Schweiz keine Medikamente mehr importiert, die mittels Tierversuchen erforscht wurden. "Das würde heissen, dass viele Medikamente nicht mehr zur Verfügung stehen würden", warnt Mitte-Ständerätin Andrea Gmür. Eine Covid-Impfung wäre nicht erlaubt, und auch Krebsmedikamente könnten nicht mehr importiert werden. "Man würde Menschen sterben lassen durch diese Initiative", erklärt Gmür.

Auch Nutztieren würde die Initiative schaden, äussert SVP-Nationalart und Landwirt Martin Haab. Wenn ein Tier krank sei, würde es mit Medikamenten behandelt - "die wurden natürlich auch an Tieren getestet", sagt er. Landwirte und Veterinäre in Ausbildung müssten am lebenden Tier üben können. Auch das wäre durch die Initiative nicht mehr möglich.

Das letzte Wort zur Tierversuchs-Initiative hat die Schweizer Stimmbevölkerung am 13. Februar 2022.

Bundeshaus-Radio - Cossette Espinoza / Iris Wippich