Über 40 Einsprachen gegen Umfahrungsstrasse

Die geplante Umfahrungsstrasse zwischen Marly und Matran stösst auf Widerstand. Gegenwind kommt u.a. von Umweltschutz, Bauern und VCS.

Bis zum heutigen Fristende gingen über 40 Einsprachen ein. Mit zwei neuen Brücken und einer Umfahrungsstrasse möchte der Kanton das Zentrum von Marly und die Strasse zwischen der Pérolles und der Autobahnzufahrt Freiburg-Süd entlasten. Diese Idee passt jedoch vielen nicht.

Strasse durch Landwirtschaftszone

Die geplante Neustrecke führt über Landwirtschaftszonen. Daniel Känel, Anwalt und Vertreter von drei landwirtschaftlichen Betrieben, bemängelt: «Das bringt Probleme für die Bauern, um beispielsweise Felder auf der anderen Strassenseite zu erreichen.» Erwin Häni, Landwirt in Marly, kritisiert die vorgesehene Entschädigung des Kantons, die auf Fr. 3.50 pro Quadratmeter angesetzt und für ihn zu tief ist: «Wenn ein Bauer für Fr. 3.50 pro Quadratmeter Land abgeben muss, ist es für ihn nicht möglich, für denselben Betrag wieder gleichviel Land einzukaufen – das findet er nirgendwo.» Weiter gefährdeten zusätzlich entstehende Kosten die Betriebsexistenz.

Auch an den Brücken, die dereinst über den Fluss gebaut werden sollen, stören sich einige. Bertrand Späth vom Verein gegen das Projekt Umfahrungsstrasse Marly-Matran, sieht darin Widersprüche: «Der Generalrat sprach einen Kredit zur Revitalisierung der Saane. Und das ist ein Widerspruch zwischen der geplante Strasse und der Ruhe, die es hier zu finden gibt.»

Ö.V. soll gefördert werden

Baudirektor Jean-François Steiert sieht klare Vorteile im Bau des Umfahrungsweges: «Priorität hat für den Kanton, der einen sehr hohen Anteil an Automobilverkehr hat, mehr Langsam- bzw. öffentlichen Verkehr zu fördern. Diese Projekte sind wichtig im Zusammenhang mit Bewegungen zwischen Marly und dem Westen der Stadt, u.a. sollen öffentliche Verkehrsmittel beschleunigt werden. Man muss nicht immer das eine gegen das andere ausspielen. Es kann durchaus Situation geben, an denen es beides braucht.»

Aber auch die Co-Präsidentin der Freiburger Sektion des Schweizerischen Verkehrsclubs VCS, Prisca Vythelingum, moniert: «Es fehlt an einer grundsätzlichen Mobilitätsstudie. Man baut eine Strasse und denkt nicht seriös darüber nach, wie diese neue Strasse in der Agglomeration mit den bereits bestehenden Strassen funktioniert.» Ferner haben über 1000 Personen eine entsprechende Petition unterzeichnet, die die Umfahrungsstrasse verhindern soll. Der Kanton will diese Einsprachen nun prüfen und das Projekt überarbeiten. Falls kein Konsens gefunden wird, könnte das Projekt bis vor Bundesgericht gelangen.

RadioFr. - Valentin Brügger / rb