Zahl der Kindsmisshandlungen steigt erneut

Nachdem es bei körperlichen Misshandlungen im Vorjahr einen Rückgang gegeben hatte, haben diese Fälle 2022 wieder zugenommen.

Die Zahl der gemeldeten Verdachtsfälle von Kindsmisshandlungen ist im Jahr 2022 erneut gestiegen. (Symbolbild) © KEYSTONE/CHRISTOF SCHUERPF

Die Kinderschutzgruppe und Opferberatungsstelle des Universitäts-Kinderspitals Zürich hat im vergangenen Jahr erneut eine Zunahme der gemeldeten Verdachtsfälle registriert: Die Zahl stieg von 625 im Vorjahr auf 647.

Nicht immer bestätigt sich ein Verdacht. So war sich das Team in 478 Fällen sicher, wie das Kinderspital am Mittwoch mitteilte. In den restlichen 125 Fällen konnte der Verdacht nicht bestätigt, aber auch nicht ausgeräumt werden. Die Betroffenen werden dann entweder engmaschig kontrolliert oder von anderen Stellen, wie Mütter- oder Väterberatung, betreut.

Nachdem es bei den körperlichen Misshandlungen im Vorjahr einen Rückgang gab, haben diese Fälle 2022 wieder zugenommen. Das Bewusstsein, wie schädigend solche Strafen sein können, sei noch ungenügend in der Bevölkerung angekommen, heisst es in der Mitteilung.

Der Beschluss des Ständerats, die gewaltfreie Erziehung im Schweizerischen Zivilgesetzbuch zu verankern, helfe hoffentlich, die körperliche Bestrafung von Kindern zu reduzieren.

SDA
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