Zu wenig Kita-Betreuungsplätze

Noch gibt es im Kanton Freiburg ungenügend Kita-Betreuungsplätze. Zwei Grossrätinnen reichten ein Postulat ein, um dies zu ändern.

Viele Familien sind heute darauf angewiesen, dass sie ihre Kinder während Arbeitszeiten in Kindertagestätten abgeben können. Diesbezüglich ist die Situation im Kanton Freiburg alles andere als ideal: Es hat zu wenig Betreuungsplätze. Ausserdem möchten die wenigsten ihre Kinder auswärts des eigenen Wohnorts abgeben, weil es zu schwierig ist.

Die beiden Grossrätinnen Antoinette de Weck (FDP) und Julia Senti (SP) fordern nun in einem Postulat Verbesserungen. Dazu Julia Senti: «Ziel sollte es sein, ein vereinfachtes und flexibles System anbieten zu können, wovon Eltern mit möglichst wenig administrativem Aufwand profitieren können. Selbstverständlich sind dabei auch die Gemeinden gefragt. Sie sollen ein optimales Angebot für die Bevölkerung anbieten können und sich – wo nötig – gemeinsam und regional organisieren.» Der gleichen Meinung sind sowohl der Staatsrat sowie fast alle Parlamentsmitglieder.

Auch die CVP-Grossrätin Susanne Aebischer stellt sich hinter diese Forderung. Das jetzige Angebot entspreche nicht dem, was Eltern wollten. Zum Beispiel seien Kitas mitten in der Woche geschlossen: «Im Kanton Freiburg sind es oft die Mittwoch-Nachmittage, die geschlossen sind. Ausserdem verzichten 20% der Eltern auf das Betreuungsangebot, weil es schlicht zu teuer ist. Die Betreuung ist innerhalb der Schweiz zwei- bis dreimal teurer als im benachbarten Ausland.»

Tagesfamilien erhalten zu wenig

Nicht nur das Angebot müsse unter die Lupe genommen werden, auch die Arbeitsbedingungen und Löhne müsse man anschauen, sagt Aebischer: «Wenn die Tagesfamilien-Betreuung oder die Zusammenarbeit zwischen den Institutionen gefördert werden soll, um eben auch Arbeitszeiten bis nach 18 Uhr zu berücksichtigen, müssen in jedem Fall auch die Löhne der Tagesfamilien angeschaut werden. Gerade in diesem Hinblick suchen wir immer verzweifelt nach Tagesfamilien, finden aber keine, weil es eine Armuts-Verdammnis ist, in diesem Beruf tätig zu sein.»

88 Grossräte haben sich dafür ausgesprochen, dass der Staatsrat einen Bericht ausarbeiten soll. Dieser müsse aufzeigen, wie sich die aktuelle Situation darstellt und was zu verbessern sei. Der Staatsrat hat für diesen Bericht ein Jahr Zeit.

RadioFr. - Nadine Schmid / rb