2024 enthält das AKW Mühleberg keine Brennelemente mehr
Ab dann transportiert die BKW die Brennelemente ins zentrale Zwischenlager in Würenlingen.

47 Jahre lang hat das Atomkraftwerk Mühleberg Strom produziert. Ende 2019 hat die BKW das älteste AKW der Schweiz abgeschaltet - ein historischer Moment. Hinter einer Stilllegung steckt aber mehr, als nur den Stecker zu ziehen. Seit der Abschaltung läuft der Rückbau. Knapp 300 Personen arbeiten beim Rückbau des AKWs mit. Neben den Leuten des Betreiberunternehmens BKW helfen auch noch Personen von Drittfirmen mit. Bisher laufen die Arbeiten nach Plan.
Urs Amherd, Leiter des Rückbaus, berichtet vom Stand der Dinge. "Zuerst mussten wir einmal die Bedingungen schaffen, um rückzubauen." Der Maschinenraum erinnert heute beispielsweise kaum noch an die Zeit, als das AKW am Netz war. Wo die grossen Turbinen standen, stehen heute Zerlegeorte.
Dort werden die Teile zerlegt, gewaschen und so dekontaminiert. Das geschieht ähnlich wie mit einem Hochdruckreiniger beim Autowaschen, nur dass die BKW mit bis zu 3'000 BAR arbeitet. 3'000 BAR sind 300'000 Tonnen auf einem Quadratmeter, das entspricht rund 30 aufeinandergestapelten Eiffeltürmen, die auf einen Quadratmeter drücken.
Unter Wasser zerlegt
Alles, was zersägt und zerlegt wurde, kommt in graue Boxen. Schritt für Schritt wird also das AKW Mühleberg rückgebaut. "Von innen nach aussen, wir höhlen es aus", sagt Urs Amherd. Als erster Arbeitsschritt hat die BKW die Brennelemente abgebaut. Die rund 400 Elemente sind momentan im Kühlbecken. Für den Abtransport sind sie noch zu heiss.
Die stark radioaktiven Komponenten aus dem Inneren des Reaktors werden unter Wasser zerlegt. Anschliessend werden sie in Boxen verpackt und ins Zwischenlager in Würenlingen gebracht. Zwei bis drei Jahre dauert es, bis alle Elemente im Zwischenlager angekommen sind. Ab 2024 sollte das AKW frei von Brennelementen sein - "ein bedeutender Schritt", so Amherd. Weiter betont er, dass alle Materialien, welche recycelt werden können, auch recycelt werden. "Die Materialien haben einen bestimmten Wert." Geld, das wieder zurück in die Kasse fliesst.
Ist dieser Schritt vorbei, werden sämtliche Gebäudestrukturen gereinigt und überprüft, die während des Betriebs mit Radioaktivität in Kontakt gekommen sein könnten. Dann folgt dann die nächste Stilllegungsphase vom nuklearen Rückbau.




