Die Abtei Hauterive will ihre Vergangenheit aufarbeiten
Die Gemeinschaft der Abtei Hauterive untersucht Fälle von Übergriffen eines ehemaligen Mönchs. Der Mann soll mehrere Frauen "unsittlich berührt" haben.

Der ehemalige Mönch soll in den 1980er und -90er Jahren mehrere Frauen, die im Kloster zu Gast waren, "unsittlich berührt" haben, schreibt die Abtei in einer Mitteilung. Der Mönch verliess demnach die Gemeinschaft von Hauterive und den Ordensstand im Jahr 1996, seine Taten sind heute verjährt.
Erste Meldung zu Übergriffen im 2019
Im Juli 2019 meldete sich erstmals eine Frau bei der Abtei in Hauterive und berichtete über unsittliche Berührungen durch einen Mönch vor gut 30 Jahren. Trotz der Verjährung der Übergriffe suchte der heutige Abt nach weiteren Opfern. Bisher gingen sechs Zeugenaussagen gegen diesen Mönch ein, fünf davon in diesem Jahr.
Die mutmasslichen Vorfälle liegen über dreissig Jahre zurück. Bereits in 1992 ging die erste Beschwerde gegen den damaligen Mönch ein. Dieser war fünfzehn Jahre lang für die Betreuung der Besucherinnen und Besucher in der Abtei verantwortlich. Nach der Beschwerde wurde ihm 1993 die Gästebetreuung entzogen. Knapp drei Jahre später verliess der Mönch den Ordenstand.
Keine Anzeigen gegen den Mönch
Damals habe es laut der Abtei Hautrive keine Anzeigen gegen den beschuldigten Mönch gegeben. Eine weitere Frau, welche sich in den 1990er Jahren zu den Übergriffen meldete, verzichtete ebenfalls auf eine Anzeige. Auch die Frau, welche sich 2019 an die Abtei gewendet hatte, hat keine Anzeige erstattet. Der Grund: Heute sind diese Übergriffe verjährt.
Der ehemalige Mönch, der sich an mehreren Frauen vergriffen haben soll, leidet heute an Demenz.
Das können Betroffene tun
Die Abtei Hauterive möchte die Vorfälle aufklären und sich öffentlich entschuldigen:
Dieser Fall, der für uns der Vergangenheit angehört, ist für diese Frauen immer noch ein gegenwärtiges Leiden.
Sie ruft Zeuginnen und Zeugen der Übergriffe dazu auf, sich mit der Abtei Hauterive in Verbindung zu setzen. Alternativ können sich Betroffene auch an die diözesane Kommission oder die unabhängige Kommission CECAR wenden.
Alle Informationen und Kontaktdaten für Betroffene zu den verschiedenen Stellen und die Kommunikation der Abtei findet ihr hier.




