Die "Brand-Stiftung" feiert Premiere in Rechthalten

Das Stück der Theatergesellschaft Weissenstein/Rechthalten spielt vor langer Zeit. Ein Dorf, ein Brand und ein umstrittener Pfarrer.

Pfarrer Brand (Andreas Imhof) und Gemeindepräsident von Gebikon (Fritz Zbinden) im Gespräch, während Detektivwachtmeister Adler (Nico Blanchard) sitzt. © RadioFr.

"Brand-Stiftig" ist ein Theaterstück in zwei Akten. Es spielt in der Studierstube von Pfarrer Brand aus Hebikon, damals, als ein Dorf noch ein Dorf war. So die kurze Einleitung im Programmbüchlein der Theatergruppe Weissenstein/Rechthalten. Zehn Schauspielerinnen und Schauspieler wirken am Stück mit, das mit dem Brand des Pfarrhauses beginnt. 

Zweimal pro Woche auf der Bühne

Doch war es der Blitz oder vielleicht doch menschliches Mitwirken, dass das ehemalige Zuhause von Pfarrer Brand zerstört hat? Doch Brand ist nicht der einzige traurige Tropf in diesem Stück, das phasenweise zu Tränen rührt. Manchmal vor Lachen, manchmal gerührt durch traurige oder wunderbar romantische Szenen. Nein, auch Frau Pulver verliert ihr Zuhause. Auch in ihr Haus schlägt der Blitz ein.

Bei der Hauptprobe riecht es nach Herzblut im kleinen aber feinen Theatersaal im Zentrum Weissenstein in Rechthalten. "Wir beginnen jeweils Mitte Oktober mit den Proben", erklären Janine Imhof und Florian Fahrni. Die beiden teilen sich die Co-Regieleitung. Zweimal in der Woche trifft man sich und übt gemeinsam für die sieben Aufführungen, die vom 13. Januar weg stattfinden. 

"Das erste Wochenende ist bereits ausverkauft", sagt Janine Imhof. Für sie ist es bereits das dritte Jahr in der Regie. Seit diesem Jahr würden auch wieder vermehrt junge Leute mitwirken und auf der Bühne stehen, erzählt Fritz Zbinden. Er selber ist schon seit 45 oder gar 50 Jahren dabei. "Ich weiss es nicht mehr so genau. Zum ersten Mal stand ich mit 18 Jahren auf der Theaterbühne", sagt der Pensionär, der den Gemeindepräsidenten von Gebikon spielt. 

Helfende Hände 

In Wirklichkeit wirken aber zahlreiche Hände mit. Auch im Hintergrund. Vom Bühnenbild bis zum Barbetrieb - übrigens mit eigens kreierten Drinks - muss alles stimmen. "Mit jedem Jahr wird die Organisation und das Rundherum ums Stück einfacher", sagt Janine Imhof. Nur die Proben seien nach wie vor immer anstrengend und fordernd. 

Von Lampenfieber ist bei der Hauptprobe nichts zu spüren. Zumindest nicht, wenn man es von der Zuschauertribüne aus betrachtet. "Jetzt geht es noch. Aber am Freitagmittag, kurz vor der Premiere, steigt der Puls dann an", sagt Fritz Zbinden. Dann, wenn um 19:45 Uhr zum ersten Mal der Vorhang aufgeht in der neuen Theatersaison. 

RadioFr. - Andrea Schweizer
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