Die spezielle Geschichte des Ochsen
Die Pfarrei Düdingen feiert an diesem Wochenende den 350-jährigen Besitz des Restaurants Ochsen. Wir schauen mit Niklaus Baumeyer zurück.

Der Ochsen gehörte erst nach einem Todesfall eines Wirts der Pfarrei. "Der Pfarrei ging es darum, das Patent zu übernehmen", sagt der Hobbyhistoriker und ehemalige Lehrer Niklaus Baumeyer. Das eigentliche Restaurant - wie es heute steht - wurde aber erst 120 Jahre später gebaut.
Zu dieser Zeit war der Wirt auch Bauer. Dies hat sich erst im 20. Jahrhundert verändert. Baumeyer erklärt: "Ab dann gingen die Leute öfters ins Restaurant, weil ihnen mehr Geld zur Verfügung stand." Vorher musste der Wirt gleichzeitig auch einen Bauernbetrieb führen, um über die Runden zu kommen.
Absolutes Tanzverbot
Dieser Umstand zeigte sich auch in alten Pachtverträgen. So hatte der Wirt des Ochsens in der damaligen Zeit die Pflicht, Pferde zu Verfügung zu stellen, falls es in der Gemeinde brennen würde. Die Pflichten waren umfänglich. So musste der Wirt zum Beispiel am Fronleichnamsfest eine vorgeschriebene Verköstigung anbieten. "Der 'Härgottstag', wie wir ihn nennen, war immer ein riesen Fest. Nach der Prozession ging es los im Ochsen." Im Pachtvertrag von 1900 stand dann auch:
Der Wirt hat am Fronleichnamsfest (...) die Pfarrei- und Gemeindebeamten, sowie jeden von den Behörden eingeladenen Personen ein gutes Mittagessen mit 3 Fleisch und einer guten Flasche Wein nebst schwarzem Kaffee zu dem Preise von 1 Frk 80 Rp per Kopf zu verabfolgen.
Die Auflagen umfassten aber auch Verbote. So durfte der Wirt des Ochsens keinen Tanz anbieten, im Gegensatz zum Bad Garmiswil und zum Bad Bonn. "Das hielt lange. Ich würde sagen, das ist nicht 100 Jahre her, seit dies aufgehoben wurde", sagt Baumeyer und fügt an, dass dies immer eine grosse Diskussion gewesen sei. "Die Kirche hatte da schon die Finger im Spiel und hat geschaut, dass es nicht zu wild zu- und herging."




