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Die violette Welle ist nach Freiburg zurückgekehrt

Der landesweite Frauenstreik zog laut Polizeiangaben 2500 Streikende in die Strassen der Stadt Freiburg.

Der grosse Marsch fand durch die Strassen von Freiburg statt. © Frapp

30 Jahre nach dem historischen Streik von 1991, 40 Jahre nach der gesetzlichen Gleichberechtigung von Frauen und Männern in der Bundesverfassung und 50 Jahre nach der Einführung des Wahl- und Stimmrechts für Frauen wurde heute erneut auf den Strassen des Landes mobilisiert.

Der Schwarzwyssbeitrag zum Frauenstreik:

In diesem Jahr standen die Aktionen unter anderem im Zeichen neuer Ungleichheiten: Die Pandemie hat die Situation der Frauen verschlechtert und die Lohnungleichheit erhöht, so Aktivistinnen, Gewerkschafterinnen und linke Parlamentarierinnen.

Die Streikenden forderten Gleichberechtigung, bessere Löhne, menschenwürdige Renten und ein Ende der geschlechtsspezifischen und sexuellen Gewalt. Die gerade vom Parlament verabschiedete Anhebung des Renteneintrittsalters auf 65 Jahre stand im Mittelpunkt der Forderungen des Tages.

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Auch in Freiburg wurde gestreikt

Das Kollektiv Grève Féministe hat am Sonntag bereits einen Nachtmarsch gegen Strassenbelästigung im Stadtzentrum organisiert. Der Streiktag selbst war geprägt vom Umzug, der etwas nach 18.00 Uhr startete. Rund 2500 Menschen marschierten nach Angaben der Polizei durch die Strassen von Freiburg (nach Angaben der Gewerkschaft Unia fast 100'000 in der ganzen Schweiz).

Die andere Hauptaktion des Tages war für 15.19 Uhr angesetzt: Der symbolische Zeitpunkt, ab dem Frauen im Vergleich zu den Männern laut Unia statistisch gesehen gratis arbeiten. Die Demonstrierenden riefen dabei ihre Parolen, während sie um das Pavillion des Georges-Python-Platzes - der für diesen Tag zum "Georgette"-Python-Platz umbenannt wurde - liefen.

Noch immer sei der Lohnunterschied für gleiche Arbeit bei rund 20 Prozent, prangern die Gewerkschaften an, die die AHV-Reform vehement ablehnen. Niedrigere Löhne, Teilzeitjobs und unbezahlte Arbeit seien der Grund für die "skandalös niedrigen" Renten der Frauen, die im Durchschnitt ein Drittel niedriger seien als die der Männer, betonte die Unia.

Frapp - Alexia Nichele / cys / rb
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