Gottéron taucht im Hallenstadion
Freiburg-Gottéron verliert das erste Spiel im neuen Jahr. Gegen die ZSC Lions vermochten die Freiburger nicht zu überzeugen.

Wieder beendet der ZSC die Freiburger Siegesserie. Nachdem die Zürcher bereits Ende November Freiburg-Gottéron nach fünf Siegen in Serie auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt hatten, bezwangen sie Gottéron jetzt nach sechs Siegen in Folge. Der 4:2 Sieg der Zürcher ging dabei vollkommen in Ordnung, die Freiburger traten in der Ferne zu keinem Zeitpunkt wie ein Leader auf. Besonders den Start ins Spiel verschlief Gottéron komplett. Nach nicht einmal 60 Sekunden erzielte Denis Hollenstein eiskalt nach guter Vorarbeit durch Denis Malgin das 1:0. Lions Neuzuzug im Tor Jakub Kovar (Brunder von Zug's Jan Kovar) musste zu diesem Zeitpunkt noch keinen einzigen Puck abwehren.
Insgesamt dauerte es rund sieben Minuten, bis Gottérons Jakub Kovar zum ersten Mal fordern konnte. Der Tscheche bestand diese Prüfungen souverän. War er für einmal geschlagen, retteten seine Kollegen für ihn. Generell überzeugten die Lions in der Defensive mit einem aufopferungsvollen und solidarischen Auftritt, hatten sie doch nominell nur fünf Verteidiger im Line-up. Stürmer Marc Aeschlimann unterstützte darum für einmal die Defensive.
Zürich kontrollierte das Geschehen in der Startphase fast nach Belieben, sinnbildlich dafür das 2:0. Der wirblige Denis Malgin tanzte die Freiburger Hintermannschaft aus, die Scheibe kam auf Umwegen zu Pedretti, der abschloss. Hollenstein, der im Rücken der Freiburger Verteidiger total vergessen ging, musste den Abpraller von Berra nur noch einschieben. Anderthalb Minuten vor dem Ende des Drittels war es dann aber auch um die Zürcher Verteidigung geschehen. Dave Sutter, der in diesem Spiel nur offensiv zu überzeugen vermochte, schoss aus dem Slot, Kovar musste abprallen lassen und Sandro Schmid reagierte am schnellsten.
Anschlusstreffer blieben Strohfeuer
Aber Gottéron gelang es nicht, den Druck auf die Zürcher Defensive im Mitteldrittel aufrechtzuerhalten. Dass die Freiburger viele Absenzen hatten, darf dabei nicht als Entschuldigung akzeptiert werden, denn auch der ZSC musste auf wichtige Akteure wie Noreau, Andrighetto, Azevedo oder Yannick Weber verzichten. Dennoch bestimmte das Heimteam weiter das Spiel und erzielte durch den auffälligen Kyen Sopa nach einer Viertelstunde im Mitteldrittel das 3:1. Gottéron kam zwar kurz vor der zweiten Pause durch Daniel Brodin nach einer sehenswerten Kombination nochmals heran. Déjà-vu also zum Ende des zweiten Abschnitts. Zu mehr reichte es dem Team von Christian Dubé allerdings nicht mehr.
Die letzten 20 Minuten hätten sich die Freiburger getrost schenken können, sie waren etwas vom Schwächeren, was Gottéron in der bisherigen Saison zeigte. Das Schussverhältnis von 8:6 im Schlussabschnitt unterstrich, dass im Schlussdrittel nicht mehr allzu viel ging. Die Zürcher spielten die Zeit clever runter und Freiburg Gottéron gelang es sehr selten, überhaupt in die gefährliche Zone zu kommen. So selten, dass Reto Berra kurz vor Schluss kaum Gelegenheit bekam, sein Tor zu verlassen. Und als er Platz machte für den sechsten Feldspieler, verloren seine Vorderleute prompt den Puck im Aufbau. Berra eilte zwar nochmals zurück, doch so richtig installiert schien er beim 4:2 von John Quenneville nicht mehr zu sein.
Verdienter Zürcher Sieg
Der Heimsieg für Zürich ging absolut in Ordnung. Das Hallenstadion bleibt für Freiburg-Gottéron ein unbeliebtes Pflaster, der letzte Sieg datiert aus einer Zeit, als die Gesellschaft Corona noch mit einem Bier in Verbindung brachte - nämlich Ende Januar 2020. Immerhin kann sich Gottéron freuen, dass es nicht mehr ins Hallenstadion reisen muss, sofern es in den Playoffs nicht auf die Zürcher trifft. Diese ziehen nächstes Jahr in ein richtiges Hallenstadion. Kurz zusammengefasst: Ein Spiel für Gottéron zum Vergessen. Das nächste Spiel findet am nächsten Freitag gegen Lausanne statt, sofern Corona nicht einen Strich durch die Rechnung macht.




