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Heisse Diskussionen um die Eishockey-Liga-Reform

Eine Reform sei nötig, sagen die Vereine. Man wolle dies nicht, sagen die Spieler und Fans. Doch sprechen sie dabei von der gleichen Reform?

Freiburg-Gottéron Präsident Hubert Waeber will die Reform in der National League genauer erklären. © KEYSTONE

Der grosse Streitpunkt der neuen National League Reform ist die Frage nach den Ausländern. Oft wird nur darüber berichtet, dass die Liga auf zehn Ausländer pro Mannschaft aufgestockt werden soll. Dazu gab es Umfragen bei Fans, welche mit einer grossen Mehrheit dagegen gestimmt haben. Zudem hat heute die Spielervereinigung der National League, die "Swiss Ice Hockey Players' Union" (SIHPU) eine Medienmitteilung publiziert, aus welcher hervorging, dass über 200 befragte Spieler der National League eine solche Aufstockung nicht gutheissen würden.

Der Präsident der SIHPU, Jonas Hiller - der ehemalige Torhüter der Nationalmannschaft - liess sich darin wie folgt zitieren: "Da die Reform einschneidende Konsequenzen hätte, sahen wir uns in der Pflicht, in der aktuellen öffentlichen Diskussion auch den direkt Betroffenen eine Stimme zu geben." Gleich hat sich auch der NHL-Söldner Roman Josi im Namen der SIHPU per Videobotschaft gemeldet. Für den Präsidenten von Freiburg-Gottéron, für Hubert Waeber, liegt in der Kommunikation der Hund begraben.

Es steckt mehr dahinter

Die Liga-Reform sei ein ganzes Packet. Die Erhöhung der zugelassenen Ausländer auf bis zu zehn Ausländer pro Mannschaft sei somit an weitere Bedingungen geknüpft. Zu den Ausländern sollen auch jene Spieler zählen, welche zwar nicht Schweizer sind, aber mit einer Schweizer Lizenz spielen. Weil sie bereits zu Juniorenzeiten in der Schweiz gespielt haben.

Weiter soll ein Financial Fairplay eingeführt werden. Eine Lohnober- und untergrenze. Somit sollen die finanzstarken Vereine nicht in der Lage sein eine Übermacht mit vielen sehr starken - und somit auch teuren - Ausländern aufzubauen.

Und nicht zuletzt werde auch die Juniorenförderung einen Platz in der Liga-Reform, in diesem "Päckli" finden. Für jeden Ausländer, den ein Verein engagiert, würde eine gewisse Summe in einen Fonds einbezahlte werden, welcher der Juniorenförderung zugutekommen wird.

Die Spielervereinigung fühlt sich ausgeschlossen

Während die National League AG mit den CEO's aller Mannschaften der National League die Liga-Reform vorantreiben fühlt sich die "Swiss Ice Hockey Players' Union" ausgeschlossen. Ihr Präsident Jonas Hiller findet auf Anfrage von RadioFr. Freiburg, dass man den Spielern zu wenig Beachtung schenkt. Immerhin seien sie der Hauptakteur in dieser ganzen Mühle.

Noch lange ist nicht alles klar

Momentan ist die Liga-Reform noch in der Vernehmlassung. Diese liegt der eigens dafür gegründeten National League AG vor, welche nun die genauen Bestimmungen noch finden muss. Jeder Klub aus der National League ist darin involviert und hat eine Stimme. Wann genau diese Liga-Reform aber endgültig ausgearbeitet ist und danach auch verabschiedet wird ist noch nicht klar.

Die Interviews in voller Länge mit den Präsidenten von Freiburg Gottéron und der "Swiss Ice Hockey Players' Union" können untenstehen gehört werden.

RadioFr. - Fabian Waeber
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