Im Kanton Freiburg werden Wohnungen teurer und rarer
Die Bevölkerung wächst und gleichzeitig werden immer weniger Wohnungen gebaut. Das sorgt auch im Kanton Freiburg für steigende Preise.

Mietwohnungen in der Schweiz werden immer teurer. Gründe dafür sind neben den höheren Zinsen und Inflation die seit Jahren rückläufige Bautätigkeit und das starke Bevölkerungswachstum. Dies führt dazu, dass immer weniger leere Wohnungen für mehr potenzielle Mieter zur Verfügung stehen. Daher müssen die Mieterinnen immer tiefer in die Tasche greifen. Das schreibt die Immobilienberatungsfirma WüestPartner im Sommer-Update "Immo-Monitoring 2023", das am Freitag veröffentlicht wurde.
Grössere Nachfrage als Angebot in Freiburg
Auch im Kanton Freiburg hat es mehr Suchende als freie Mietwohnungen. Im ganzen Kanton suchen im Schnitt auf einer freien Wohnung zwei Personen ein neues Zuhause. Noch prekärer ist die Lage im See- und Sensebezirk. Dort suchen auf eine freie Wohnung bis zu acht Personen eine neue Mietwohnung.
Seit einigen Jahren geht die Bautätigkeit zurück. Zugleich wächst die Bevölkerung weiterhin sehr dynamisch. Seit 2020 sinke daher die Leerstandsquote. Dies wiederum führt dazu, dass die Angebotsmieten zulegen.
Mietanstieg um 3,2 Prozent
WüestPartner prognostiziert für 2023 einen Anstieg der nominalen Angebotsmieten um 3,2 Prozent. Damit die Mieten stabil blieben, bräuchte es in der Schweiz eine Leerstandsquote von 1,27 Prozent. 2022 war der Leerstand zwar höher, nämlich bei 1,31 Prozent. Mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit werde die Ziffer in diesem Jahr aber unter diesen optimalen Wert rutschen. Für 2023 wird eine Leerstandsquote zwischen 1,1 und 1,2 Prozent erwartet.
Die Schweiz steuere damit auf eine Wohnungsknappheit zu. Trotzdem zeichne sich nicht ab, dass auf dem Bau- und Immobilienmarkt schon Gegensteuer gegeben würde. Es sehe vielmehr so aus, als ob der Wohnungsmangel zu einem mittelfristigen Phänomen werde.
Auch Eigentumswohnungen werden teurer
Auch die Preise von Eigentumswohnungen steigen: Vom Sommer 2022 bis zum Sommer 2023 sind die Transaktionspreise um durchschnittlich 3,4 Prozent gestiegen. Im Sensebezirk stiegen die Transaktionspreise sogar um bis zu 6 Prozent an.
Neben den Eigentumswohnungen stiegen auch die Preise für Einfamilienhäuser. Die Preise stiegen jedoch nicht so rasant, wie für Eigentumswohnungen. Im Sensebezirk wurde ein Anstieg von bis zu 2 Prozent verzeichnet. Im restlichen Teil vom Kanton Freiburg wurde ebenfalls ein Anstieg von 2 bis maximal 4 Prozent beobachtet.
Die Preise für Häuser steigen weniger als die von Wohnungen, obwohl es mehr Neubauwohnungen gibt. Dies liege laut der Studie unter anderem daran, dass gerade Neubauwohnungen hohe ökologische Nachhaltigkeitsstandards erfüllten. Zudem koste eine Wohnung im Durchschnitt 30 Prozent weniger als ein Einfamilienhaus.