Kramer gewinnt Kranzfestauftakt überlegen
Lario Kramer hat seinen Kontrahenten beim ersten Kranzfest der Saison gleich den Meister gezeigt. Auch weitere Kränze gehen in den Kanton Freiburg.

Man durfte gespannt sein, wie der beste Freiburger Schwinger der letzten Saison, Lario Kramer, beim Waadtländer Kantonalen in die Kranzfestsaison startet. Mit elf Kränzen bei elf Kranzfesten, so viel wie kein anderer Schwinger, zwei Kranzfestsiegen und dem Eidgenössischen Kranz, hat der Galmizer die Erwartungen 2022 selbst auf ein neues Level gesetzt.
Und der 24-Jährige zeigte, dass auch in dieser Saison mit ihm zu rechnen ist. Er gewann das Fest in Genolier nicht nur überlegen, sondern holte sich in fünf von sechs Gängen die Maximalnote. In Durchgang vier legte Kramer ausserdem Eidgenosse und Mitfavorit Benajmin Gapany auf den Rücken. Einzig im Anschwingen gegen Andy Murer, der Urner zog auf diese Saison ins Oberwallis und schwingt deshalb neu im Südwestschweizer Verband, musste Lario Kramer stellen. Doch letztendlich hinderte dies den Eidgenossen nicht daran, kurz nach 16Uhr Mickaël Matthey ins Sägemehl zu betten und seinen insgesamt fünften Kranzfestsieg zu feiern.
Nach dem fünften Gang wiesen mit Steven Moser und Romain Collaud zwei Freiburger die gleiche Punktzahl auf wie Mickaël Matthey. Wieso hat sich das Einteilungsgericht trotzdem für Matthey entschieden? Das Regulativ ist in so einem Fall nicht eindeutig. Es gibt mehrere Kriterien, die für einen Entscheid von Bedeutung sein können. Zum Beispiel kann das Einteilungsgericht schauen, wer mehr 10 auf dem Notenblatt hat. Wer mehr Eidgenossen auf den Rücken gelegt hat, wer insgesamt die stärkeren Schwinger auf dem Notenblatt aufweist oder wer weniger Gänge verloren hat. Ein weiteres, sehr wichtiges ungeschriebenes Gesetz sagt aber, dass wenn möglich nicht zwei Schwinger vom gleichen Verband in den Schlussgang eingeteilt werden. Da mit Mickaël Matthey ausserdem ein Einheimischer zur Auswahl stand, macht die Entscheidung ihm den Vorzug zu gewähren Sinn.
Weitere Kränze - Freiburger Sensation bleibt ungekrönt
Da sich nur gerade 80 Schwinger fürs Fest anmeldeten, gingen lediglich 12 Schwinger mit Eichenlaub nach Hause. Aus Deutschfreiburger Sicht zählten Dorian Kramer, Steven Moser, Janis Wieland und Nicolas Sturny zu den Kranzgewinnern. Auch die Eidgenossen Benjamin Gapany und Romain Collaud holten den Kranz.
Für eine Riesensensation sorgte Sandro Balimann am Emmentalischen Gaufest. Der Finsterhenner, der für den Schwingklub Kerzers schwingt, besiegte im vierten Gang keinen geringeren als ESAF Schlussgangteilnehmer Matthias Aeschbacher. Leider konnte Balimann die, sich daraus ergebende, gute Ausgangslage nicht nutzen. Mit einem Gestellten und einer Niederlage fiel er noch aus den Kranzrängen heraus.
Die nächste Chance bietet sich Balimann und seinen Kerzersner Klubkollegen in einer Woche am Mittelländischen, wo sie als Gästeschwinger eingeladen sind. Das nächste Kranzfest in der Südwestschweiz ist bereits das Freiburger Kantonale in Orsonens am 27. Mai.




