Kritik am Verkehrskonzept von Agrico
Das Kantonsgericht wird sich mit drei Rekursen gegen das Agrico-Gelände in St. Aubin beschäftigen müssen.

2017 kaufte der Kanton ein Areal in der Grösse von knapp 280'000 Quadratmetern in Saint-Aubin. Darauf will er ein nationales Kompetenzzentrum für Innovation im Lebensmittelsektor entwickeln. Die Pläne des Kantons sorgen jedoch für Streit. Gegen den Nutzungsplan sind zahlreiche Einsprachen eingegangen, die vom Kanton abgelehnt wurden. Die Gegner des Projekts sind deshalb vor das Kantonsgericht gezogen.
Ein Rekurs stammt von der betroffenen Gemeinde Belmont-Broye. Syndic Albert Pauchard hat nichts gegen die Pläne auf dem Gelände einzuwenden. "Wir können aber nicht verstehen, dass der Kanton die Verkehrsplanung nicht mit unserer Gemeinde abgesprochen hat." Pauchard befürchtet eine Überlastung des Strassennetzes. Da es sich bei der Zufahrtsstrasse um eine Gemeindestrasse handelt, hat die Gemeinde dem Kanton vorgeschlagen, die Strasse zu übernehmen. Eine Antwort des Kantons steht noch aus.
Eine weitere Beschwerde stammt von der Freiburger Sektion des Verkehrsclubs Schweiz VCS. Auch sie hat Einwände beim Thema Mobilität. "Der Zugang mit dem öffentlichen Verkehr ist nicht möglich", sagt Geschäftsführerin Prisca Vythelingum. Somit sei es nicht möglich, die Waren mit dem Zug zu transportieren.
Kein wissenschaftliches Projekt
Der dritte Rekurs zielt gegen das Projekt an sich. Die Stiftung Landschaftsschutz Schweiz hält einen riesigen Industriepark mitten auf einer grünen Fläche nicht mehr für ein zeitgemässes Projekt. "Der Kanton wollte einen wissenschaftlichen Campus machen, aber jetzt kommen da anscheinend nur Agrar-Industriebetriebe rein", sagt Roman Hapka, Verantwortlicher für die Romandie bei der Stiftung Landschaftsschutz Schweiz.
Das Kantonsgericht hat auf Anfrage bestätigt, dass die Rekurse eingegangen sind. Der Kanton will sich zu einem späteren Zeitpunkt dazu äussern.




