HFR Freiburg schliesst mit Verlust ab
Die Jahresrechnung 2020 beschert dem HFR einen Verlust von 12 Millionen Franken. Damit beträgt das Minus fast gleich viel wie im Vorjahr.

Das Freiburger Spital HFR verzeichnet trotz Corona einen gleich hohen Verlust wie gegenüber dem Vorjahr 2019. Wie kann das sein, wenn man bedenkt, dass wegen der Pandemie Mehrkosten angefallen sind?
Die Verwaltungspräsidentin vom HFR, Annamaria Müller, bezieht gegenüber RadioFr. Stellung: "Das Defizit wäre noch weitaus höher ausgefallen. Der Kanton griff uns jedoch unter die Arme. Damit kommt das Defizit auf die gleiche Höhe zu stehen, wie es im Vorjahr der Fall war. So erreichten wir –etwas künstlich – das gleiche Resultat."
Insgesamt 34 Millionen Franken hat der Kanton dem HFR gegeben. Ohne diese Gelder würden die fast 50 Millionen Franken betragen. Die Corona-Pandemie hat effektiv Mehrkosten verursacht. Beispielsweise benötigte die Intensivstation zusätzliche Betten. Covid-19-Patienten beanspruchten eine viel intensivere Pflege. Auch bei der Logistik, wie beispielsweise die Kommandozentrale oder Hotline, kosteten Geld. Dazu kommt, dass viele notwendige Operationen im letzten Jahr verschoben worden sind. All diese Punkte bescherten dem HFR Mindereinnahmen. Damit sanken stationäre Leistungen um sechs Prozent und ambulante um gut zwei Prozent.
Corona-bedingt stehen die Aussichten für das kommende Jahr nicht unbedingt in einem helleren Licht. Ist das HFR nun auch 2021 auf kantonale Hilfe angewiesen? Dazu Müller: "Für das kommende Jahr stehen wir mit dem Kanton in Verhandlungen. Alles hängt sehr damit im Zusammenhang, wie sich das aktuelle Jahr entwickeln wird."
HFR trotz Pandemie auf Kurs
Wie aber steht es mit den Zukunftsplänen des Unternehmens? "Glücklicherweise war der Vierjahresplan nicht so sehr betroffen von dieser Pandemie. Im vergangenen Jahr hatten wir auch nicht vor, allzu grosse Sprünge anzugehen. Doch es ist klar, dass es zu Verzögerungen gekommen ist, nicht zuletzt, weil die Partner, mit denen wir im Vierjahresplan zusammenarbeiten müssen oder wollen, andere Probleme zu bewältigen hatten", sagt Müller.
Annamaria Müller präzisiert, 2020 wäre die gesamte palliative Pflege in der Villa St. François in Villars-sur-Glâne zusammengelegt worden. Ferner sei die Reha nach Meyriez gezogen und der Operationstrakt in Tafers wurde geschlossen. Künftig werde nur noch in Freiburg operiert. Die Verwaltungsratspräsidentin bleibt aber zuversichtlich: "Die Zukunft hängt sehr stark von der weiteren Entwicklung der Pandemie ab. Es kommt auf die weiteren Öffnungsschritte an, die uns der Bundesrat vorgibt und ob es eine dritte Welle gibt." Man fokussiere sich auch darauf, wie sich die weiteren Varianten von Covid-19 entwickeln.




