Bundespräsident Alain Berset ist seit knapp zwei Wochen omnipräsent in den Medien. Die sogenannten Corona-Leaks beschäftigen aber nicht nur die Journalistinnen und Journalisten, sondern auch die Politiker. An einer Medienkonferenz am Mittwoch hiess es vom Bundesratssprecher André Simonazzi, Berset habe nichts von den Indiskretionen gewusst. Wir haben bei den Freiburger Parteien nachgefragt, ob das wirklich nachvollziehbar ist.
Kein Kommentar von der SP Fribourg
Bersets eigene Partei, also die SP Fribourg, will sich nicht zur Affäre äussern. Alle anderen Parteien sind der gleichen Meinung: Man müsse zuerst die Ergebnisse der Geschäftsprüfungskommission (GPK) abwarten.
Adrian Brügger, Vizepräsident der SVP Fribourg, meint, es sei nicht an den Kantonalparteien, die Situation zu analysieren. Auch FDP-Vizepräsidentin Victoria Malecki sagt, man könne erst urteilen, wenn die GPK ihre Ergebnisse präsentiert hat. Bis dahin gelte die Unschuldsvermutung.
Für Bettina Beer, Co-Präsidentin der Grünen, sind die Untersuchungen der GPK ein wichtiger Schritt, um Klarheit zu schaffen. Erst danach können politische Konsequenzen gezogen werden.
Ein Chef ist immer verantwortlich für seine Mitarbeitenden
Für FDP-Vizepresidänt Bruno Boschung ist es schwierig einzuschätzen, ob Alain Berset wirklich nicht gewusst hat, was in seinem Departement los war.
Das müssen wir dem Herr Bundesrat Berset jetzt einfach mal glauben.
Allerdings sei ein Vorgesetzter immer auch verantwortlich für seine Mitarbeitenden, egal ob er von den Indiskretionen direkt gewusst hatte oder nicht.
Die Schweiz und auch die Parteien des Kantons sind gespannt, was die Ergebnisse der Geschäftsprüfungskommission zeigen werden und ob es wirklich so war, dass der Freiburger Bundesrat nichts von alledem gewusst hat.






