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Auf der Treibjagd in Tafers

Eine fünfköpfige Jägerschaft, zwei Hunde und ein Ziel: Rehe erlegen. Vor allem schweisstreibend war sie, diese Treibjagd.

Jägerinnen und Jäger der Jagdgruppe Tafers posieren vor dem Wald. © RadioFr.

Sie winseln und blicken immer wieder ungeduldig zu ihrem Herrchen hoch: Ernest Waebers Hündinnen Juka und Oky. "Die beiden wissen, dass es jetzt dann gleich losgeht", sagt der Tafersner, der seit über 20 Jahren auf die Jagd geht. Und auch seine Nervosität steigt. "Ultra nervös bin ich, aber im schönen Sinn - wenn ich das Adrenalin nicht mehr spüre, gehe ich nicht mehr jagen", sagt er.

Highlight: "Es Tier uftue"

Die Rehe liegen oft im Unterholz. Das Ziel bei der Treibjagd ist, sie auf die Beine zu bringen. "Wenn das gelingt und die Hunde das Wild verfolgen, ist das für mich das Grösste", sagt Waeber, der seine Schrotflinte in diesem Moment noch umgehängt hat. Die Jungjägerin Nadine Blanchard aus St. Antoni hat an diesem Oktobermorgen im Tafersner Wald den Job, den Rehen Beine zu machen. "Wir müssen etwas lärmen, damit die Rehe nach vorne fliehen", sagt Blanchard, bevor sie in den Wald hinein ruft und Äste ins Unterholz wirft.

Ein paar hundert Meter weiter vorne sind bereits die anderen der Jagdgruppe Tafers postiert. Mit der Flinte in der Schulter und der Schrotmunition im Gilet warten sie, bis ihnen das passende Wildtier vors Korn läuft. Geschlecht, Alter und Art des Tiers müssen mit den kantonalen Abschussvorgaben übereinstimmen. Schussposition und -distanz müssen ebenfalls passen, bevor der Abzug gezogen werden darf.

Kein Abschuss = keine Enttäuschung

Doch zu einem Abschuss kommt es diesmal nicht. Als sich die Jägerschaft nach der Treibjagd am Waldrand wieder trifft, werden die Erfahrungen ausgetauscht. Es sind zwar Wildtiere aufgetrieben, gesichtet und auch von Hunden verfolgt worden. Niemand war aber je in der idealen Schussposition, um auf ein Reh zu feuern.

"Für mich ist es keine Enttäuschung", sagt Nadine Blanchard zum Umstand, dass nichts erlegt wurde. Das gehöre dazu und wenn man schiessen könne, sei es jedes Mal ein Glück, für das man dankbar sein müsse. Und auch die anderen finden, ein Wildtier solle sauber - also mit einem einzigen, tödlichen Schuss - erlegt werden und auch die Chance haben, zu entkommen, falls dies nicht möglich sei.

An dem Tag kein Wild geschossen zu haben heisst aber nicht, auf das Wildgericht verzichten zu müssen. Nachdem sie auf der Treibjagd steile Hänge hinauf gekraxelt und sich durch Dornenbüsche gezwängt haben, belohnen sich die Jägerinnen und Jäger in der Jagdhütte: Auf den Mittagstisch kommt ein vor ein paar Tagen im Tafersner Wald geschossenes Reh in Form von Gulasch.

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RadioFr. - Tobias Brunner
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