Die Grippewelle bleibt aus
Die Schutzmassnahmen gegen das Corona-Virus zeigen auch bei der normalen Grippe Erfolg. Der Kantonsarzt Thomas Plattner ist erleichtert.

Wer zurzeit hustet, einen Schnupfen oder Fieber hat, denkt zunächst an das Corona-Virus. Es scheint, als ob die normale Grippe diesen Winter nicht existiert. Wo bleibt sie also?
„Wir wissen es nicht genau. Sie ist sicher da“, sagt Kantonsarzt Thomas Plattner. „Nur macht sie dieses Jahr praktisch keine Probleme.“ Zumindest verzeichneten das Bundesamt für Gesundheit, aber auch die Kollegen in den Arztpraxen und Spitälern sehr wenige Fälle.
Der Grund dafür liegt laut Plattner bei den Schutzmassnahmen gegen das Corona-Virus. Maskentragen, Distanz und regelmässiges Händewaschen würden genauso gut gegen die Verbreitung der Grippe helfen, wie sie es auch beim Corona-Virus tun. Dazu gehörten auch die Massnahmen auf Bevölkerungsebene wie die Versammlungseinschränkungen, fügt Plattner hinzu.
Laut dem Kantonsarzt sind die Massnahmen nicht nur gegen die Grippe wirksam, sondern gegen alle Infektionen, die über die Luft übertragen werden – beispielsweise der normale Schnupfen oder das Norovirus, das zu schwerem Erbrechen führt. „Wir haben dieses Jahr keinen einzigen Ausbruch in den Altersheimen gehabt, wobei das in dieser Zeit normalerweise vorkommt.“
Entsprechend gross ist die Erleichterung. Plattner hatte im Sommer befürchtete, im Herbst nicht nur gegen die Corona-Epidemie, sondern auch gegen eine Grippe-Welle ankämpfen zu müssen. „Das hätte zu einer schweren Überlastung des Gesundheitswesens geführt.“




