Einzigartiges Biogemüse-Projekt im Seeland erhält Kredit
Jedes fünfte Biogemüse der Schweiz kommt aus Freiburg. Das Kantonsparlament unterstützt ein einzigartiges Projekt aus dem Seeland.

Die Landwirtschaft ist im Kanton schon jetzt sehr wichtig und diese Stärke will man in der Politik ausbauen. Biogemüse-Produzenten haben sich mit Murten Tourismus zusammengeschlossen, um die Region besser zu vermarkten. Die Bio-Landwirtschaft im Seeland soll bekannter werden. Das Kantonsparlament unterstütz das einzigartige Projekt „Bio Gemüse Seeland“ mit einem Kredit von 4.5 Millionen Franken. Dazu kommen 3 Millionen aus dem Wiederankurbelungsplan für die Freiburger Wirtschaft.
Das Anliegen kam im Grossen Rat bei allen Fraktionen gut an. Man zeige, dass man an die Zukunft denkt, findet André Schneuwly (Freie Wähler Partei). So sei die Nachhaltigkeit auf wirtschaftlicher, ökologischer und sozialer Ebene gegeben. Ausserdem entstünden zirka 40 neue Arbeitsplätze und es werden verschiedene Ausbildungsplätze angeboten, so etwa im kaufmännischen Bereich, IT, Entwicklung und Logistik.
Das Gemüse wird im Seeland mit Elektrofahrzeugen transportiert. Direkt zu den Konsumentinnen und Konsumenten, ohne Zwischenhändler. Esther Schwaller-Merkle (CVP) findet dies wichtig. So können Biolandwirte ihre Waren ohne Zwischenhandel direkt vermarkten. Weil die Kosten des Zwischenhandels eingespart werden, könne der Produzent einen höheren Preis für sein Grundnahrungsmittel erwirtschaften.
Doch die Konsumenten müssen den höheren Preis auch zahlen wollen. Daher muss auch an sie gedacht werden. Und hier kommt der Tourismus ins Spiel: Besucherinnen und Besucher sollen die Felder selber besuchen und sehen, wie Biolandwirtschaft funktioniert. Aus Sicht von Rudolf Herren (SVP) ist dies entscheidend: „Das wird ein guter Anstoss sein, um deren Kaufverhalten zu ändern.“ Er denkt, dass so das Bewusstsein steigen wird, warum gesunde einheimische Nahrungsmittel ihren Preis haben.
Mit dem höheren Preis könnten die Produzenten dann auch höhere Löhne zahlen. Die Erntehelfer verdienen meist ein Minimum. Deshalb fordert Ursula Krattinger Jutzet (SP), dass die Arbeitsbedingungen in der Landwirtschaft dringend verbessert werden müssen. Gemüseanbau sei „Knochenarbeit“ und die Erntemitarbeiterinnen und -helfer sollen dafür eine faire Entlohnung und gerechte Arbeitsbedingungen erhalten.
Trotz der Kritik ist auch die SP klar für das Entwicklungsprojekt für Bioproduzenten im Seeland. Das Thema gab im Grossen Rat viel zu reden, am Schluss stimmte das Parlament aber einstimmig dafür.




