Frauenquote in Führungspositionen in Freiburg sehr tief
Die Frauenquote in Führungspositionen liegt im Kanton Freiburg unter dem Schweizer Durschnitt. Er landet auf dem viertletzten Platz.

Pünktlich zum Welt-Frauentag hat die Wirtschaftsauskunft CRIF eine Studie zur Frauenquote in Führungspositionen veröffentlicht. Diese zeigt, dass in der Schweiz noch immer zum Grossteil Männer Führungspositionen innehaben.
Freiburg weit unter dem Schweizer Durchschnitt
Aktuell liegt die durchschnittliche Frauenquote in Führungspositionen in der Schweiz bei 28 Prozent. Der Kanton Freiburg schneidet im nationalen Vergleich mit 24,9 Prozent schlecht ab und landet damit auf dem viertletzten Platz.
Damit wird in Freiburg weniger als eine von vier Führungspositionen an eine Frau vergeben. In den Verwaltungsräten besetzen Frauen weniger als 23 Prozent der Posten. Auf nationaler Ebene lagen diese Zahlen bei 27,8 Prozent bzw. 23,9 Prozent, wie die Erhebung des CRIF zeigt.
Geschlechterstereotypen als Faktor
Ein möglicher Erklärungsansatz für die tiefe Quote im Kanton Freiburg ist laut Morgane Minguely des Büros für Gleichstellung von Frau und Mann Freiburg, die immer noch stark geschlechterstereotypische Berufswahl. Zudem gebe es auch zu wenig weibliche Vorbilder, an denen sich junge Frauen orientieren könnten, so Minguely. Auch würden Frauen oftmals als nicht gleich qualifiziert betrachtet wie Männer, wenn es um Führungsqualitäten geht.
Die Gesellschaft hält Frauen oft für weniger geeignet.
Das habe damit zu tun, dass die Geschlechterstereotypen, wie beispielsweise Autorität oder Autonomie, eher einem Mann zugeschrieben werden. Diese Stereotypen stimmen eher mit dem Bild überein, welches die Gesellschaft von einer Geschäftsleitung oder eines Verwaltungsrats habe, erklärt Minguely.
Trotz Bemühungen nicht mehr Frauen in Führungspositionen
Auch wenn in immer mehr Bereichen Frauen die Führungspositionen einnehmen, gebe es ein Phänomen, welches dieser Entwicklung im Wege stehe. "Der Begriff Gläserne Decke beschreibt die Tatsache, dass Frauen in der Unternehmenshierarchie zwar aufsteigen können, aber nur bis zu einer bestimmten Ebene", erklärt Minguely.
Frauen stehen oft nicht an der Spitze der Hierarchie, obwohl sie dafür qualifiziert wären.
Um dem entgegenzuwirken, gibt es im Kanton Freiburg den PGKV, den Plan für die Gleichstellung in der kantonalen Verwaltung. Damit sollen besonders Frauen gefördert werden, Führungspositionen anzustreben. Im privaten Sektor sei das jedoch schwieriger, so Minguely.
Auch die Frauenstreiks, die in den letzten Jahren zugenommen haben, hätten an der Quote noch nicht viel geändert. Diese hätten aber einen Fokus auf die Tatsache gelegt, dass Frauen noch immer mehr für die Betreuung der Kinder zuständig seien, als Männer. Laut Minguely sei dies mitunter ein Grund, weshalb weniger Frauen in Führungspositionen zu finden seien. In Zukunft brauche es deshalb mehr Gleichstellung zwischen Frau und Mann.




