News für unsere Region.

Hotelzimmermangel in Freiburg

Nach einigen Hotelschliessungen ist die Übernachtungskapazität in der Kantonshauptstadt stark begrenzt.

Der Beaumont-Turm und andere Projekte wie Gästezimmer und eine Jugendherberge könnten Lösungsansätze sein. (Symbolbild) © Keystone

Das Problem hatte vor fünf Jahren mit der Schliessung der Jugendherberge beim Bürgerspital begonnen. Die Schliessung des Hotels Elite, des NH Hotels im letzten Jahr sowie der Verkauf des Hotels Au Parc hat die Situation verschärft. Letzteres wird zwar weiterhin eine begrenzte Anzahl Hotelzimmer beibehalten, aber bis 2030 müssten laut dem Direktor des Freiburger Tourismusverbands, Pierre-Alain Morard, rund 200 zusätzliche Übernachtungsmöglichkeiten geschaffen werden.

Die Stadt Freiburg kann sich einen solchen Mangel an Angeboten nicht leisten. "Die Attraktivität der Stadt wird infrage gestellt, wenn das Hotelangebot nicht ausreichend ist", wie Morard erläutert. Veranstalter von Events - wie beispielsweise dem Internationalen Filmfestival Freiburg FIFF oder von Konferenzen an der Universität Freiburg - mussten ihre Gäste teils ausserhalb Freiburgs oder gar in Bern unterbringen, da in der Kantonshauptstadt schlicht keine Zimmer mehr frei waren. Die Behörden hätten diesen Zustand besser antizipieren müssen, kritisiert Morard. "Die Antwort war immer, dass dies private Akteure seien und die Behörden nicht viel machen könnten", so der Direktor des Tourismusverbands.

Der Stadtfreiburger Syndic Thierry Steiert entgegnet, dass der Handlungsspielraum der Behörden in diesem Fall begrenzt ist. Das Problem ist erkannt, aber konkrete Massnahmen wurden keine beschlossen, da dies "einen Eingriff in einen Markt bedeuten würde", wie Steiert erklärt. Die Behörden wollen aber vermehrt als Vermittler wirken und beispielsweise auch bei grösseren Bauprojekten im Rahmen der Raumplanung darauf hinwirken, dass Unterbringungsmöglichkeiten in die Projekte integriert werden. Das beinhaltet auch die Suche nach geeigneten Objekten, die sich nicht im Besitz der Stadt befinden, auf die Investoren aufmerksam gemacht werden können. "Als Stadtbehörde können wir aber nicht einfach ein Hotel bauen und betreiben", so Steiert.

Neue Projekte

Um das Ziel von 200 zusätzlichen Betten zu erreichen, wurde eine Arbeitsgruppe zwischen den verschiedenen touristischen und politischen Akteuren lanciert. Obwohl das Problem der zu geringen Hotelkapazität auf kantonaler Ebene weniger prekär ist, sieht auch Staatsratspräsident Olivier Curty Handlungsbedarf. "Mit der letztjährigen Revidierung des Tourismusgesetzes stehen nun zusätzliche Mittel zur Verfügung, um Hotelprojekte im Rahmen der Tourismusförderung zu unterstützen", wie der Wirtschaftsdirektor erklärt.

Einige neue Hotellerie-Projekte können in den nächsten Jahren die Situation etwas entschärfen. Allen voran die für 2025 geplante Fertigstellung des Beaumont-Turms, in welchem auch 60 Hotelzimmer eingeplant sind, die von der internationalen Marriott-Kette betrieben werden. Pierre-Alain Morard, weist aber darauf hin, dass es ein breites Angebot an Übernachtungsmöglichkeiten braucht, von Jugendherbergen, über Gästezimmern bis hin zu unterschiedlichen Hotelkategorien. "Dann kommen unterschiedliche Leute nach Freiburg, die hier übernachten", wie der Direktor des Freiburger Tourismusverbands erklärt.

Eine Verbesserung der Situation ist laut Syndic Thierry Steiert frühestens in fünf bis zehn Jahren absehbar. Und: "Wenn trotz guter Rahmenbedingungen kein Investor bereit ist, in der Stadt Freiburg ein Hotel zu betreiben oder zu bauen, wird es schwierig", so Steiert.

RadioFr. - Valentin Brügger / rb
...