Kulturförderung soll in Grossfreiburg vereinfacht werden
Das komplexe System der Kulturförderung soll in einem Grossfreiburg stark vereinfacht werden – mit einer Anlaufstelle.

Wer in Freiburg finanzielle Unterstützung für ein kulturelles Projekt benötigt, muss zuerst nach dem richtigen Ansprechpartner suchen. Dieses unübersichtliche System der Kulturförderung soll durch die Fusion Grossfreiburg vereinfacht werden. Die Idee dazu wurde von den Verantwortlichen am Dienstag vorgestellt.
Je nachdem, um welches kulturelles Projekt es sich handelt, schickt man sein Dossier entweder an den Kanton, die Gemeinde, die Agglomeration, die Lotterie Romande oder an den Gemeindeverband Coriolis. Dies sind die fünf wichtigsten Adressen, wenn es um die Förderung von Kultur im Kanton Freiburg geht. Das komplizierte System soll künftig durch das Fusionsprojekt Grossfreiburg vereinfacht werden.
Zwei Ziele zusammen verbinden
Carl-Alex Ridoré, Präsident der konstituierenden Versammlung des Fusionsprojekts Grossfreiburg, erklärt, um was es dabei geht: “Das Ziel ist es, kulturelle Projekte einfacher zu realisieren. Sind die Vorhaben relevant und gut sind, soll dafür auch Geld fliessen.“ Es soll dann nur noch eine einzige Anlaufstelle zu haben, welche diese beiden Ziele vereinheitlichen, sagt Ridoré.
So gäbe es nur noch eine einzige Adresse, bei der Künstlerinnen und Künstler, Musikgesellschaften, Jugendvereine oder Museen ein Gesuch um finanzielle Unterstützung einreichen könnten. Das Vorhaben ermögliche Freiburg, eine ambitionierte Kulturpolitik zu verfolgen, so Laurent Dietrich, Mitglied der Fusionsversammlung und Freiburger Gemeinderat: “Der administrative Teil sollte vereinfacht werden. Die Qualität kann erhöht werden, indem der Überlegungsprozess unterstützt und besser koordiniert wird.“
Alle kulturellen Akteure miteinbeziehen
Eine Kulturpolitik, wie es Laurent Dietrich sich wünscht, existiert in Freiburg aktuell noch nicht. Wie aber soll eine solche entstehen? Dazu Dietrich: “Eine Kulturpolitik geht Hand in Hand mit den kulturellen Akteuren. Daher braucht es schnellstmöglich einen Dialog. Viele der kulturellen Mitbewerber sind aktuell der Meinung, in Freiburg herrsche eigentlich sehr viel Subkultur. In einem Grossfreiburg gäbe es viele solcher kultureller Akteure, mit denen wir unbedingt zusammensitzen und über ihre Projekte diskutieren sollten.“ Ein gemeinsames Miteinander sei zuletzt einer der angestrebten Schlüsselfaktoren, so Dietrich.
Für diese angestrebte Kulturpolitik solle auch mehr Geld fliessen, findet Carl-Alex Ridoré: “Es ist das Ziel, so viel Geld in den kulturellen Bereich hineinzubringen, wie dies auch andere Schweizer Grossstädte handhaben. Wir sind uns dieser Investition bewusst: Jeder Franke, der in die Kultur investiert wird, fliesst im zwei- oder dreifachen Mass zurück.“ Dieser Punkt wäre für die Region von grosser Bedeutung, sagt Ridoré.
Wichtiges soziales Element
Nicht nur kulturelle Veranstaltungen stehen dabei an erster Stelle. Es gehe vielmehr darum, die Kultur als wichtigen Baustein im sozialen Zusammenhalt zu erkennen: “Schlussendlich ist Kultur eine Frage der Identität, der Beziehungen zwischen den Menschen und den verschiedenen Teilen der Gesellschaft.“ Kultur soll bei der Fusion einen zentralen Punkt bleiben.
Damit das zukünftige Grossfreiburg diese ambitionierte Kulturpolitik in die Tat umsetzen kann, braucht es ein neues Gesetz. Die Arbeitsgruppe der Fusion schlägt aus diesem Grund vor, beim Kanton anzuklopfen, um eine Gesetzesänderung in Angriff zu nehmen. Die Bevölkerung wird Ende September in einer Konsultativ-Abstimmung über das Fusionsprojekt abstimmen.




