Massentests bergen logistische Herausforderungen

Der Kanton Freiburg bietet ab kommender Woche Massentests an. Dadurch entsteht aber auch ein Mehraufwand für Firmen und Institutionen.

Nach einer Pilotphase ergänzt der Kanton Freiburg seine Teststrategie und setzt ab nächster Woche auf Massentests. Davon profitieren Firmen, Schulen, Sport- und Kulturvereine sowie alle sogenannten Risikoinstitutionen. Einen Wermutstropfen hat die Sache allerdings.

Denn die gesamte Organisation bleibt in der Verantwortung der Unternehmen, die einen solchen Massentest durchführen möchten. Dies fängt an bei der Beschaffung sowie der Auswahl der Tests und führt über die Bereitstellung der Informationen für Mitarbeitende, hin zu den Kontakten zu den Labors und zur Gesundheitsdirektion sowie der Gewährleistung des Datenschutzes.

Viele Ressourcen benötigt

Dass die Organisation der Massentests eine logistische Herausforderung darstellt, bestätigt auch Projektleiterin Barbara Oro von der Gesundheits-Taskforce: “Wir haben bei den Pilotversuchen gesehen, dass viel Logistik, menschliche Ressourcen und einiges an organisatorischem Aufwand vonnöten ist.“

Auf die Frage, wie viele Unternehmen den logistischen Aufwand denn auf sich nehmen, hat Barbara Oro jedoch keine Antwort. Dies sei im Moment schwierig zu sagen, Sie habe sich diese Frage noch gar nicht gestellt.

Sensebezirk lagert aus

Im Sensebezirk weiss man hingegen die Antwort: Inskünftig werden sich alle 15 Gemeindeverwaltungen, das Oberamt, die Spitex des gesamten Bezirks sowie diverse Privatunternehmen regelmässig auf Covid-19 testen lassen. Der logistische Aufwand wurde an ein Startup-Unternehmen abgegeben, dieses würde die Massentests von A bis Z organisieren, bestätigt Manfred Raemy, Oberamtmann des Sensebezirks: “Die Verwaltungen wie auch die Unternehmen haben genug mit ihrer eigenen Arbeit zu tun. Sie alle haben nicht die nötige Zeit, um nebenbei noch Konzepte zu erarbeiten und sich mit der Logistik herumzuschlagen. Aus diesem Grund entstand die Idee einer Zusammenarbeit mit einem einzigen Unternehmen, welches diese Aufgabe übernehmen kann.“

Bislang sei die Zusammenarbeit mit diesem Betrieb äusserst erfolgreich gewesen. Wenn sich alle Gemeinden an diesem einen Projekt beteiligen, sage das etwas aus, sagt Raemy und ergänzt: “Wären die Hürden zu gross, spielten die Unternehmen und Gemeinden nicht mit.“ Ein gutes Beispiel also, welches vielleicht auch für den Rest des Kantons Freiburg Schule machen wird.

Weshalb der Sensebezirk eine Vorreiterrolle übernommen hat und wie das Ganze entstanden ist, erklären Oberamtmann Manfred Raemy und Thomas Fasel von ct Innovations AG im Interview:

RadioFr. - Corina Zurkinden / rb