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Medikamentenknappheit: auch Antibiotika sind betroffen

Die Lage ist so angespannt, dass der Bund am Mittwoch seine Reserven freigibt.

Vor allem Antibiotika sind knapp. © pexels-pixabay

Weltweit herrscht ein Mangel an Medikamenten, und die Schweiz ist davon nicht ausgenommen. Es war in letzter Zeit nicht immer einfach, in der Apotheke sein Hustenmittel oder den Algifor-Sirup für sein Kind zu kriegen.

Der Bund gibt Pflichtlager frei

Ibuprofen, Paracetamol oder Amoxicillin: Es gibt einen Mangel an verschiedenen Substanzen, darunter auch Antibiotika. Aus diesem Grund wird der Bund ab Mittwoch seine Pflichtlager für Antibiotika in Tablettenform freigeben.

Für die Freiburger Kantonsapothekerin Sophie Maillard ist dies ein Schritt in die richtige Richtung, aber ausreichend sei dies nicht, fügt aber im gleichen Atemzug hinzu, dass die Apothekerinnen und Apotheker alles daran tun, um den Mangel zu beheben.

 Die Bevölkerung kann beruhigt sein, wir werden immer eine Lösung finden, um sie zu behandeln. 

Es gehe auch nicht darum, Reserven anzulegen, sondern das richtige Medikament zum richtigen Zeitpunkt zu erhalten, ergänzt die Kantonsapothekerin.

Folge der Globalisierung

Ist es nicht absurd, dass im Land der Pharmaindustrie ein solcher Mangel herrscht? "Die Produktion in der Schweiz ist aus Gründen der Produktionskosten sehr begrenzt", erinnert die Expertin.

Ein Grund für den Mangel ist die Globalisierung. Die Produktionsstätten für Medikamente befinden sich nicht mehr in der Schweiz oder in Europa, sondern vermehrt in Asien und im Nahen Osten. "Kommt es in den Produktionsländern zu politischen Spannungen, kann sich die Produktion verlangsamen oder sogar zum Stillstand kommen. Möglich ist auch, dass Fläschchen, Wirkstoffe oder das Verpackungsmaterial fehlen. Die Folge: Die Lieferkette gerät ins Stocken", so Sophie Maillard weiter.

RadioFr. - Delphine Bulliard / Corina Zurkinden
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