Ohne Zugpferd kein linker Sitz im Ständerat

2023 sind eidgenössische Wahlen. Der SP und den Grünen mangelt es an Persönlichkeiten für eine Ständeratskandidatur.

Nicolas Hayoz, Professor für Politikwissenschaften, geht nicht davon aus, dass die linken Parteien 2023 wieder einen Sitz im Ständerat holen können. "Hätte sie ein Zugpferd wie den bisherigen Christian Levrat, stünden die Chancen gut. Gegenwärtig ist die Auswahl aber nicht so toll."

Deutschsprachig, weiblich, bekannt, eventuell grün und bestenfalls noch jung: Der Anforderungskatalog an eine linke Kandidatur ist lang. Ein Blick auf die SP und die Grünen zeigt, dass niemand alle Kriterien erfüllt. Zwei Namen kommen jedoch infrage. SP-Nationalrätin Ursula Schneider Schüttel erfüllt zumindest die ersten drei Kriterien. "Ich würde es mir überlegen, wenn die SP auf mich zukommt." Allerdings könne sie es sich im Moment weniger gut vorstellen.

Nationalrat Gerhard Andrey von den Grünen gehört derzeit zu den aufstrebenden Figuren der Freiburger Linken. "Die Grünen haben in den letzten Jahren stark zugelegt und haben bewiesen, dass sie das Personal und die Ambitionen haben. Falls es zu einer Kandidatur kommt, würde ich mich höchstwahrscheinlich zur Verfügung stellen." Gegen die bisherigen Ständerätinnen Isabelle Chassot (die Mitte) und Johanna Gapany (FDP) wird es allerdings schwierig, zu gewinnen.

Alleine oder zu zweit?

Die linke Allianz muss sich auch mit der Frage beschäftigen, ob sie mit einer Einzelkandidatur oder einem Zweierticket ins Rennen steigt. Kommt es zu einer Einzelkandidatur, muss sich das linke Lager einigen, welche Partei Vorrang hat. In Gesprächen betonen Vertreterinnen und Vertreter von SP und Grünen, dass sie sich vorstellen können, sich hinter die Kandidatur der anderen Partei zu stellen.

RadioFr. - Fabio Peter