Sexueller Missbrauch in der Kirche wird aufgearbeitet
Ein Projekt untersucht das "dunkle Kapitel" der Kirche. Die Westschweizer Anlaufstelle für Opfer von Missbrauch in der Kirche ist skeptisch.

Die katholische Kirche hat zwei Historikerinnen der Universität Zürich damit beauftragt, sexuellen Missbrauch im Umfeld der Kirche wissenschaftlich aufzuarbeiten. Die Ergebnisse des unabhängigen Pilotprojekts sollen im Herbst 2023 publiziert werden. Die Westschweizer Anlaufstelle für Opfer von Missbrauch in der Kirche SAPEC begrüsst, dass eine wissenschaftliche Untersuchung angestossen wird. Vizepräsidentin Marie-Jo Aeby übt aber auch Kritik. Ein einjähriges Projekt reiche nicht aus, sagt sie: "Ich befürchte, es braucht Jahre, damit die Realität über Missbrauchsfälle in der Kirche ans Licht kommt."
Historikerinnen würden den Blick auf die Vergangenheit richten, so Aeby - doch sexueller Missbrauch geschehe auch heutzutage noch. Die Vorschläge der SAPEC für dieses Projekt seien nicht ernst genommen worden, kritisiert die Vizepräsidentin weiter. Sie hätte sich einen multidisziplinären Ansatz gewünscht - neben Historikerinnen hätten auch Psychologen, Juristinnen und Mediziner engagiert werden sollen.



