Ständeratswahlen 2023: Die SP in einer schwierigen Situation

Kürzlich hat die SP des Kantons Freiburg ihren Sitz im Ständerat an die Mitte verloren. Eine Rückkehr ins Stöckli gestaltet sich schwierig.

Nachdem die SP den Ständeratssitz von Christian Levrat nicht mehr verteidigen konnte, haben die kantonalen Wahlen ihr weiter zugesetzt. Im Grossen Rat schrumpfte ihre Fraktion um sieben Sitze, im Staatsrat musste sie einen ihrer beiden Sitze abtreten - in beiden Fällen zugunsten der Grünen.

Bereits 2023 wird das nationale Parlament erneuert. Die Ausgangslage der SP bleibt schwierig. Nicolas Hayoz, Professor für Politikwissenschaften an der Universität Freiburg, sagt: "Man kann davon ausgehen, dass Isabelle Chassot im 2023 wieder sehr gut gewählt wird." Deshalb bleibe der Linken wenig anderes übrig, als den Sitz von Johanna Gapany (FDP) anzugreifen. Aber auch da gilt: "Gegen eine junge Amtsinhaberin Erfolg zu haben, ist sehr schwierig."

Das eigene Wählerpotential reicht nicht

Hinzu kommt, dass Ständeratswahlen Majorzwahlen sind. Die Kandidatinnen und Kandidaten müssen deshalb weit über ihr eigenes Lager hinaus mobilisieren. Das ist für die SP in einem bürgerlich geprägten Kanton schwierig, sagt Hayoz.

Noah Fasel, Vize-Präsident der SP Freiburg, glaubt aber an Überraschungen - so wie es bei Johanna Gapany bei den Wahlen 2019 gegen den Amtsinhaber Beat Vonlanthen (die Mitte) der Fall war. "Mit einer gut geführten Kampagne und frischen Ideen im richtigen Moment lässt sich die Freiburger Stimmbevölkerung überzeugen." Nur stellt sich dabei die Frage, ob eine solche Überraschung ein zweites Mal in Folge gelingen kann. Nach wie vor ist Gapany das frische Gesicht im Ständerat und kann 2023 zudem als Bisherige antreten.

Ein Umstand könnte der Linken aber in die Hände spielen, erklärt Nicolas Hayoz. "Wenn ein Teil der Rechten es richtig findet, dass die Linke im Ständerat vertreten ist, könnte sich das bürgerliche Lager weniger gut mobilisieren."

RadioFr. - Fabio Peter / rb