Wie das Coronavirus den Antisemitismus schürt
Die Corona-Pandemie nahm ihre eigene Dynamik. Als Folge davon stieg auch die Diskriminierung von Jüdinnen und Juden an.

Antisemitismus - also die Diskriminierung von Jüdinnen und Juden - ist allgegenwärtig. Mit dem Lauf der Corona-Pandemie ist er sogar noch präsenter geworden. Besonders im Internet nahmen die Attacken gegen Jüdinnen und Juden im letzten Jahr gegenüber dem Jahr 2020 um fast 25 Prozent zu.
Die Rolle des Sündenbocks
Für Christina Späti, Professorin für Zeitgeschichte an der Universität Freiburg, nicht überraschend. "Antisemitismus in Verbindung mit Verschwörungstheorien ist keine Seltenheit", sagt Späti. Seit Jahrzehnten müssten Jüdinnen und Juden als "Sündenbock" herhalten. Oft in Verbindung mit stereotypen Vorurteilen wie etwa der finanziellen Überlegenheit.
Grund dafür sei insbesondere das Tabu, über diese Thematik zu sprechen, besonders in der Schweiz. Hier müsse mehr Aufklärung stattfinden, sagt Christina Späti gegenüber RadioFr.
Social Media muss handeln
Und auch Social-Media-Plattformen stünden in der Verantwortung. Antisemitismus dürfe genauso wenig geduldet werden, wie Rassismus. "Ein Klick genügt heute, um eine Dynamik in Gang zu setzen", sagt die Professorin für Zeitgeschichte.
Welche Auswirkungen der Antisemitismus auf die Betroffenen hat, erklärt Rabi Michael Kohn im Interview:
Laut dem Schweizerischen Israelitischen Gemeindebund SIG seien im Kanton Freiburg keine Fälle bekannt. Dies aber ohne Einbezug des Internets, da es schwierig sei, abschliessend zu klären, ob antisemitische Angriffe online vorgefallen sind.




