25 Millionen für die Bluefactory
Der Grosse Rat hat sich klar für den Zusatzkredit ausgesprochen. "Es gibt nichts, was daran negativ ist", sagt Bernhard Altermatt (CVP).

Die Bluefactory in der Stadt Freiburg erhitzte heute Freitag die Gemüter im Grossen Rat. 25 Millionen Franken sollen dafür investiert werden. Vor allem rechte Parteien wehrten sich dagegen: In der aktuellen Situation und der Krise sei es nicht angebracht, 25 Millionen für einen Kultur- und Innovationsstandort auszugeben.
Die Argumente der Gegner fanden jedoch keinen grossen Anklang. Das Kantonsparlament stimmte mit 69 zu 24 Stimmen klar dafür. Wir sprachen nach der Debatte mit dem Freiburger CVP-Grossrat Bernhard Altermatt darüber.
RadioFr.: Sind Sie mit diesem klaren Zuspruch für die Bluefactory zufrieden?
Bernhard Altermatt: Absolut. Denn es gibt nichts, was daran negativ ist: Die Kultur, ein innovatives, lebendiges Stadtquartier sowie die Wirtschaftsförderung ist darin enthalten. Bis das richtig funktioniert, dauert es natürlich einen Moment. Als die Uni Freiburg gegründet wurde, war auch nicht bereits nach fünf, sechs Jahren alles geregelt. Bei solch grossen Projekten sind Jahrzehnte nötig.
Bei Ihrem Votum im Rat sagten Sie, es sei nicht der Inhalt, sondern der Mantel, über den entschieden wurde. Was meinten Sie damit konkret?
Bluefactory ist die Besitzerin der Liegenschaft, bebaut sie und erschliesst sie mit Infrastruktur. Dies finanziert nun der Kanton gemeinsam mit der Stadt. Was dann darin integriert wird und welche Unternehmen einziehen werden, ist eine andere Sache. Da hat der Kanton keinen Einfluss: Die müssen sich dann bewähren auf dem freien Markt, müssen innovativ sein und Erfolg haben. Wir stellen die Infrastruktur zur Verfügung, was das Areal auf fast 100 Millionen Franken aufwertet.
Es wurde gesagt, daraus solle nicht nur ein Industrieareal entstehen. Können Sie in eigenen Worten kurz erklären, was es genau werden soll?
Es soll ein Innovationsquartier sein, in dem einerseits Unternehmen eine Heimat finden, in der sie Wertschöpfung und Forschung betreiben und Produkte entwickeln können, das ist der Hauptzweck. Es soll aber auch ein organisch in die Stadt eingebettetes Quartier sein, das innovative Kulturprojekte und das Quartiersleben unterstützt und für die ganze Bevölkerung offen ist.
Nun muss der Generalrat der Stadt seinem Anteil von 25 Millionen Franken zustimmen. Welche Chancen sehen Sie da als Person, die selbst Mitglied dieses Rates ist?
Der Generalrat der Stadt Freiburg wird dies mit ähnlich hoher Mehrheit annehmen. Von linker Seite wird es wohl Forderungen geben, dass es noch etwas alternativer und kreativer sein soll – was durchaus legitime Forderungen sein können. Aber am Schluss wird der Sinn und Zweck des Innovationsquartiers überzeugen und eine Mehrheit finden.
Das Interview führte Philipp Bürgy.




