Alte Bäume und Gewächse der Zukunft im Botanischen Garten

Welche Bäume trotzen dem Klimawandel? Und wie wichtig sind Gehölze für die Biodiversität? Diese Fragen beantwortet eine neue Ausstellung.

Gregor Kozlowski in der Ausstellung "Bäume der Vergangenheit - Bäume der Zukunft". © RadioFr. / Tobias Brunner

Von der zentimetergrossen Pflanze bis zum zwölf Meter dicken Mammut-Baumstamm: Diese Spanne an Gehölzen lässt sich im neuen Themenbereich des Botanischen Gartens der Universität Freiburg erleben. Im rund 2'000 Quadratmeter grossen Bereich informieren ausserdem Tafeln über die Geschichte und die Zukunft der "Landschaftsarchitekten der Erde", wie Gregor Kozlowski die Bäume nennt.

Der Einfluss des Klimawandels ist an den sich verändernden Jahresringen sichtbar. (RadioFr. / Tobias Brunner)

Kozlowski ist Direktor des Botanischen Gartens und lässt einen seine Faszination für die teils Millionen Jahre alten Gewächse spüren. Auf dem Rundgang durch die Ausstellung führt er an Baumfossilien, farbigen Infotafeln und ausgestellten Baumscheiben mit gut sichtbaren Jahresringen vorbei.

Eine Spende machte diese Ausstellung mit dem Namen "Bäume der Vergangenheit – Bäume der Zukunft" überhaupt möglich. Geeignet sei sie für alle, so der Biologieprofessor: Für jung und alt, für Forschende wie auch für solche, die keine Ahnung von Bäumen und Gehölzen hätten.

Die immense Wichtigkeit der Bäume

Etwa 50 Bäume, Sträucher und Lianen werden im Bereich am hinteren Ende des Botanischen Gartens präsentiert. Den Tafeln ist zu entnehmen, dass Gehölze annähernd 70 Prozent der Biomasse auf der Erde ausmachen. Diese Masse ist aber durch den Menschen bedroht. Selber macht dieser zusammen mit den Tieren dabei nur etwa ein halbes Prozent der irdischen Biomasse aus.

Was die Menschheit in den Tropen macht, ist verheerend.

Weil unzählige Organismen von den Bäumen abhängig sind, sei es so wichtig, diese zu schützen, erklärt Kozlowski. Ein Anliegen ist ihm, das Publikum auf die Wichtigkeit der Bäume aufmerksam zu machen. Denn allzu oft werde die grüne Lunge unseres Planeten durch grossflächige Abholzung verkleinert. "Was die Menschheit in den Tropen macht, ist verheerend", sagt Kozlowski, welcher den Botanischen Garten schon gut 25 Jahre leitet.

Kozlowski bei einer Tafel, welche die Nutzung von Holz veranschaulicht. (RadioFr. / Tobias Brunner)

Aber auch im Kanton Freiburg sind hunderte Pflanzenarten und damit auch Bäume gefährdet und teilweise vom Aussterben bedroht. Dies, weil ihr Lebensraum durch Bebauung, Herbizide oder auch durch den Klimawandel beeinträchtigt wird. Es gibt jedoch auch Bäume, die mit dem Klimawandel gut zurechtkommen und sich anpassen können.

Links: Eine normale Aufnahme des Schweizer Walds. Rechts: Eine Infrarot-Aufnahme, die zeigt, dass sich Bäume an Sommertagen unterschiedlich stark erwärmen. Am meisten unter Wassermangel leiden Bergahorn und Sommerlinde. Weniger trockenheitsanfällig sind die Esche und die Traubeneiche. (Keystone)

Ihnen ist ein Sektor am Ende der Ausstellung gewidmet. In der Forstwirtschaft werde beispielsweise die Traubeneiche nutzbar, so Kozlowski. Es handelt sich um eine heimische Art, die gut mit zunehmender Trockenheit und Wärme umgehen kann.

Die Fichte wird wegen der Trockenheit verschwinden.

Hingegen hätten es andere Bäume in unseren Breitengraden allmählich schwerer, zu überleben. "Die Fichte wird in ein paar Jahrzehnten wegen der Trockenheit verschwinden." Kozlowski sagt, auch nichtheimische Arten könnten einen Ersatz sein: So etwa die Silberlinde, welche aus Südosteuropa stammt.

Die Silberlinde ist eine Baumart der Zukunft und wird immer wichtiger.

Sie wird gerade in den Städten immer populärer und ist auch schon an diversen Orten in der Stadt Freiburg angepflanzt. In der Stadt gehe es darum, eine gewisse Vielfalt zu erschaffen und auch zu erhalten. Die Silberlinde, welche Dürren und Wassermangel viel besser aushält als andere Bäume, ist eine Baumart, die dazu beitragen kann.

RadioFr. - Tobias Brunner
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