Dem Kanton fehlt die Weitsicht und die Koordination
Für die Planung und auch bei der Umsetzung von grösseren Projekten muss eine kantonale Sportkoordination her.

Einige Politikerinnen und Politiker im Kanton Freiburg scheinen eine planerische Scheuklappen-Mentalität in Bezug auf Sportinfrastrukturen zu haben. Die Zuständigkeit und Freiheit der Gemeinden in der Planung und dem Bau von Sporteinrichtungen führen zu einem Flickenteppich, der den aktuellen und zukünftigen Bedürfnissen nicht gerecht wird. So sind viele Turnhallen bereits jetzt an ihrer Kapazitätsgrenze, Randsportarten finden erst recht keinen Platz und auch die Eis- und gedeckten Wasserflächen sind im Sense- und Seebezirk rar gesät.
Rasante Entwicklung
Beispielhaft ist die Situation der überfüllten Kollegien, wo Schülerinnen und Schüler für den Sportunterricht "fremdplatziert" werden müssen. Die steigenden Schülerzahlen erfordern eine klare Planung und den Ausbau von Sportinfrastrukturen. So wurde das Kollegium Gambach vor 10 Jahren erweitert, ist aber mittlerweile schon wieder zu klein. Doch anstatt vorauszuplanen, werden wichtige Einrichtungen wie das Schwimmbad des Kollegiums St. Michel aus finanziellen Gründen rückgebaut. Diese kurzfristige Entscheidung gefährdet bereits knappe Sporteinrichtungen und wird zukünftige Bedürfnisse nicht decken können.
Es braucht eine Sportkoordination
Sowohl in der Planung als auch bei der Umsetzung von grösseren Projekten soll eine kantonale Sportkoordinatorin mit entsprechendem Know-How beratend zur Seite stehen. Das Sportamt des Kantons Freiburg sollte diese koordinierende Rolle übernehmen und mit den zuständigen Ämtern der Staatsräte Romain Collaud (Sportdirektion) und Jean-François Steiert (Raumentwicklung, Infrastruktur, Mobilität und Umwelt) besser zusammenarbeiten. Das ist für die Zukunft unumgänglich. Jedoch scheint es so, dass dem Team um Amtsvorsteher Benoit Gisler der entsprechende Wille fehlt, die kantonale Strategie und Koordination zu entwickeln. Man müsste unweigerlich aus der Komfortzone kommen. Doch der Mann an der Spitze des Sportamts, den die damalige Staatsrätin Isabelle Chassot eingestellt hat, scheint es nicht eilig zu haben. Ihm seien ja die Hände gebunden. Sein aktueller Chef, Romain Collaud hat im Moment nur Augen für "seine" Eishockey-WM 2026 in Freiburg.
Hoffen auf neue Bauten
Es ist an der Zeit, die Bedeutung von Sporteinrichtungen für Bildung und Gesellschaft zu erkennen und entsprechende langfristige Investitionen zu tätigen. Die Politik müsste über den Tellerrand blicken und den Fokus auf nachhaltige Planung und Entwicklung legen, um den Bedürfnissen der Bevölkerung gerecht zu werden. Bleibt zu hoffen, dass die geplanten Hallenbäder in Plaffeien, Bulle, Estavayer, Avry und Granges-Paccot (Poya) und die Turnhallen in Gurmels, Murten, Corminboeuf und Neyruz auch gebaut werden.




