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Der letzte Gemeindepräsident von Galmiz

Mit der Fusion von Galmiz mit Murten endet die politische Karriere von Thomas Wyssa. Er war 27 Jahre lang im Gemeinderat von Galmiz.

Thomas Wyssa leitet den familiären Gemüsebetrieb seit rund 20 Jahren. © RadioFr.

Seit dem 1. Januar gehört die Gemeinde Galmiz mit knapp 800 Einwohnerinnen und Einwohnern zu Murten. Für Thomas Wyssa die Gelegenheit, sein Amt abzugeben. Seit 1995 war er im Gemeinderat, 25 Jahre davon als Gemeindepräsident. Auf die Fusionsabstimmung im Herbst 2020 blickt Wyssa mit gemischten Gefühlen zurück: "Das Ergebnis mit acht Stimmen Unterschied war nicht so deutlich, wie es zu erwarten gewesen wäre."

Wyssa macht kein Geheimnis daraus, dass er der Fusion ablehnend gegenüberstand. Finanziell sei es der Gemeinde gutgegangen und auch der Austausch mit der Bevölkerung habe laut ihm funktioniert. Immerhin ist sie für ihn zu einem guten Zeitpunkt erfolgt. "Es ist besser, zu fusionieren, wenn man gesund da steht, als wenn es aus der Not heraus geschieht." Thomas Wyssa vermutet, dass die leicht tieferen Steuern in Murten den Ausschlag zugunsten der Fusion gaben. "Dass dafür die Gebühren höher ausfallen, wollte die Mehrheit nicht wahrhaben."

Den Dorfcharakter erhalten

Seit Thomas Wyssa Gemeindepräsident wurde, ist die Gemeinde Galmiz stark gewachsen. "1995 waren wir rund 540 Einwohner, mittlerweile sind wir bei 770 Einwohnern." Die zukünftige Entwicklung von Galmiz liegt jetzt in den Händen von Murten. Allerdings ist Galmiz im Murtner Gemeinderat und Generalrat vertreten. Ein Dorfverein soll zudem dafür sorgen, dass Galmiz seinen Dorfcharakter behält.

55 Hektaren von nationalem Interesse

Fragt man Thomas Wyssa nach den Highlights seiner langen Amtszeit, dann nennt er die Sanierung des Schulhauses, den Bau eines Trottoirs durchs Dorf, und natürlich die Geschichte des US-Pharmakonzerns Amgen.

Dieses Unternehmen war 2004 in Europa auf Standortsuche für eine neue Produktionsstätte. In der engeren Auswahl waren auch 55 Hektare in der Landwirtschaftszone im Grossen Moos auf dem Gemeindegebiet von Galmiz. Die damalige Kantonsregierung setzte alle Hebel in Bewegung, um dieses Gebiet in rund drei Monaten in Industriegebiet umzuzonen.

Dieses Vorgehen rief aber Natur- und Landschaftschützer aus der ganzen Schweiz auf den Plan. Praktisch das ganze Jahr 2005 durch war Galmiz national und international in den Schlagzeilen und wurde zum Spielball verschiedener politischer Interessen. Anfang 2006 hatte der Spuk ein jähes Ende. Amgen entschied sich für Irland. Die Umzonung in Galmiz war hinfällig.

Rückblickend hat Thoma Wyssa Verständnis für die Opposition: "Wenn wir heute eine Umzonung planen, tut der Kanton pingelig und wirft einem Knebel zwischen die Beine. Wenn man das mit dem damaligen Verhalten vergleicht, kommt man zum Schluss: Entweder war das Verhalten damals nicht fair, oder eben heute." Wyssa betont, dass er seinerseits den Kanton gemahnt hatte,  bei Umzonungen künftig nicht nur kulant zu sein, wenn ein grosses Unternehmen Interesse hat. "Das ging leider vergessen", bedauert er.

Immerhin hat das mediale Interesse Thomas Wyssa einige Türen geöffnet. Er wurde Mediensprecher der Gemüseproduzenten Bern Freiburg. Weil er seit Anfang Jahr kein politisches Amt mehr hat, hat er für diese Aufgabe mehr Zeit. Und seine nächste Herausforderung ist die Übergabe seines Familienbetriebs an die nächste Generation. In einigen Jahren wird Wyssa nämlich pensioniert.

Bereits im Sommer 2021 sprachen wir mit Thomas Wyssa über seine Zeit als Gemeindepräsident:

RadioFr. - Fabian Waeber / pef
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