Freiburg im Impfrückstand
Der Bund verteilt die Impfdosen nach dem Bevölkerungsanteil der Risikogruppen – ein Nachteil für Freiburg mit seiner jungen Bevölkerung.

Zurzeit sind im Kanton Freiburg laut dem Bund rund elf Prozent der Bevölkerung vollständig gegen das Coronavirus geimpft. Nur Zürich liegt mit 8,8 Prozent hinter Freiburg. Für Gesundheitsdirektorin Anne-Claude Demierre (SP) trägt der Bund die Verantwortung für diesen Rückstand. "Der Bund verteilt die Impfdosen an die Kantone gemessen am Anteil der Menschen, die über 65 Jahre alt sind", erklärt sie. Da die Bevölkerung von Freiburg eher jung sei, erhalte der Kanton weniger Dosen.
Demierre fordert eine Abkehr von dieser Praxis – der Bund solle die Impfdosen gemessen an der Gesamtbevölkerungszahl verteilen. Zu Beginn der Impfkampagne, als die Risikogruppen im Fokus standen, habe dieser Verteilschlüssel Sinn ergeben, so Demierre. Seit die Impfungen allen offenstehen, sei das aber nicht mehr der Fall.
Mitte April habe der Bund versprochen, einmalig 10‘000 zusätzliche Impfdosen zu liefern, um diese Ungleichbehandlung zu kompensieren. "Diesen Impfstoff haben wir noch immer nicht erhalten", sagt Anne-Claude Demierre. Deshalb hat sie sich in einem Brief an den Bund beschwert – und bereits eine Antwort gekriegt: Er will die versprochenen Dosen in den nächsten zwei Wochen liefern.




